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Klage gegen Facebook: US-Finanzamt überprüft Steuerpraktiken

Veröffentlicht: 08.07.2016
imgAktualisierung: 08.07.2016
Geschrieben von: Michael Pohlgeers
Lesezeit: ca. 2 Min.
08.07.2016
img 08.07.2016
ca. 2 Min.
Die Steuerpraktiken von Facebook werden nun auch vom US-Finanzamt überprüft. Da Facebook aber offenbar nicht kooperieren will, geht der Fall nun vor Gericht.


Um die Steuerpraktiken des sozialen Netzwerks Facebook zu überprüfen, hat die US-Steuerbehörde IRS Einsicht in die Buchführung des Unternehmens verlangt. Doch offenbar hat Facebook sich geweigert, dieser Aufforderung nachzukommen. Nun soll der Fall vor Gericht gehen.

Facebook-App

Bildquelle: ymgerman / Shutterstock.com

Die US-Steuerbehörde IRS verklagt das soziale Netzwerk Facebook. Dabei geht es offenbar um die Steuerpraktiken des Unternehmens, wie Spiegel Online unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Die IRS habe die Herausgabe von Dokumenten, unter anderem auch aus der Buchführung von Facebook, verlangt. Dabei geht es um die Rechte und Vermögenswerte, die das Unternehmen an seine Europazentrale in Dublin übertragen hat. Facebook habe die Herausgabe der Dokumente allerdings verweigert.

Nun will die IRS den Fall offenbar vor Gericht klären und hat in San Francisco Klage eingereicht. Damit will die Steuerbehörde die Einsicht in die Dokumente durchsetzen. In der Klage erkläre die IRS, dass die Behörde sich derzeit mit den Steuererklärungen von Facebook für die am 31. Dezember 2010 geendete Steuerperiode beschäftige. Dabei sind auch die Vereinbarungen, die zwischen der Unternehmenszentrale in den USA und der irischen Tochter getroffen wurden, von großem Interesse für die IRS.

EU geht gegen Steuertricks vor

Facebook äußerte sich offenbar nicht zu dem Fall: „Der Konzern ging in einer knappen Stellungnahme nicht näher auf die Klage ein. Das Unternehmen halte sich an die geltenden Gesetze und Regeln der Länder, in denen es tätig ist, erklärte eine Facebook-Sprecherin“, so Spiegel Online.

Facebook steht, wie auch andere US-Konzerne wie etwa Amazon oder Google, immer wieder wegen seiner Steuerpraktiken in der Kritik. Im März dieses Jahres erklärte das Unternehmen von Mark Zuckerberg zumindest, seine Werbeumsätze in Großbritannien nicht mehr über das Niedrigsteuerland Irland abrechnen zu wollen. Diese Umsätze sollen künftig in Großbritannien abgerechnet werden, womit das Land Steuern im Millionen-Bereich erhalten könnte. Im Jahr 2014 hatte Facebook nur 4327 Pfund Steuern an Großbritannien entrichtet.

Derartige Steuertricks will auch die EU-Kommission bekämpfen. Erst vor wenigen Wochen segnete der EU-Ministerrat ein neues Gesetz ab, nach dem Konzerne die Steuern in dem Land zu entrichten haben, in dem die entsprechenden Gewinne erwirtschaftet werden.

Veröffentlicht: 08.07.2016
img Letzte Aktualisierung: 08.07.2016
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Michael Pohlgeers

Michael Pohlgeers

Micha beobachtet politische Entwicklungen und Marktplatz-Dynamiken. Seine Themen: Teamführung, Plattformen und alles, was den Handel bewegt.

KOMMENTARE
1 Kommentare
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Laura | AMS Advocate
19.09.2016

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Es ist natürlich komisch, dass Facebook den Ersuch zuerst verweigert. Gut, dass die EU hier dran ist.