Retourenquoten: Gutscheine und direkte Kundenhinweise
„Sind Sie sicher, dass Sie die kleine Größe bestellen möchten? Bei Ihren vergangenen fünf Bestellungen, haben Sie jedes Mal die kleine und mittlere Größe bestellt und immer nur die mittlere behalten“, so lautet die automatische Nachricht des Online-Händlers Rue La La. Der US-Discounter für Mode-Artikel gehört zu jenen Online-Händlern, die Verbraucher aktiv in ihre Retouren-Strategie einbinden möchten. Das Unternehmen testet laut einem Bericht des Wall Street Journals ein Programm, welches die Bestellungen und Rücksendungen seiner Kunden speichert. Bei zu vielen Rücksendungen, sollen die Kunden automatisch auf die hohe Retourenquote aufmerksam gemacht werden.
Ob die Strategie von Rue La La aufgehen wird, muss sich erst noch zeigen. Der Online-Händler möchte aber nicht mehr tatenlos zusehen: Die hohe Anzahl an Rücksendungen soll den Online-Shop im vergangenen Jahr rund fünf Millionen US-Dollar gekostet haben. Von der Kritik, dass einige Verbraucher sich durch die direkte Ansprache vom Online-Shop abwenden könnten, mag Rue La La-Geschäftsführer Steve Davis nichts hören: Bislang hätte es noch keine Beschwerden gegeben, auch weil das Programm automatisch funktionieren solle und keine Kunden direkt ausgewählt werden würden.
Ähnlich wie zum Beispiel Amazon, setzt auch das Mode-Start-Up Modnique.com auf Gutscheine, um die eigenen Kunden vom übermäßigen Rücksenden der Produkte abzubringen. Notorische Rücksender von Bekleidung oder Schuhen zum Beispiel, bekommen von Modnique.com direkt Gutscheine für Schmuck- oder Schönheitsartikel zugesendet: Das seien jene Artikel, die laut Modnique erfahrungsgemäß weniger zurückgegeben würden. Wer also zu viele Schuhe zurücksendet, bekommt einen Gutschein für Schönheitsartikel. Ob diese Strategie tatsächlich aufgehen kann?
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