Wie steht es um die StartUp-Schmiede Rocket Internet? Dieser Frage der Aktionäre musste sich gestern das Unternehmen auf seiner zweiten Hauptversammlung stellen. Schnell zeigt sich: Die Krisen der vergangenen Wochen und Monate sind nicht spurlos am Unternehmen vorbeigegangen.
Oliver Samwer auf der Hauptversammlung 2015 (Foto: Michael Pohlgeers)
Die Berliner StartUp-Schmiede Rocket Internet hat seine zweite Hauptversammlung abgehalten. Anders als im letzten Jahr fand die Versammlung nicht in einem zu kleinen Raum in der Nähe des Bahnhofs Zoo, sondern in den neuen Räumen im Rocket-Tower, der neuen Firmenzentrale des Unternehmens, statt. Zu Beginn der Hauptversammlung fing Rocket-Chef Oliver Samwer beim Urschleim an: „Was macht Rocket Internet wirklich?“, fragte Samwer das Publikum. Viele Aktionäre haben offenbar noch immer nicht verstanden, was genau das Geschäftsmodell des Unternehmens ist. Sie sehen nur die – zugegeben hohen – Verlustzahlen, die Rocket Internet immer wieder ausweist.
Vor allem in den letzten Wochen und Monaten häuften sich wieder schlechte Nachrichten aus dem Rocket Internet-Kosmos: Der Aktienkurs will nicht so richtig nach oben und befindet sich derzeit mit rund 19 Euro weit vom Ausgabepreis von 42,50 Euro entfernt, einige StartUps mussten aufgeben oder sich aus einigen Märkten zurückziehen – EatFirst, Helpling, Bonativo. Zudem haben die Manager von Großaktionär Kinnevik den Aufsichtsrat von Rocket Internet verlassen. Also sprach Oliver Samwer auf der Hauptversammlung vom Scheitern, anstatt große Visionen zu präsentieren. „Um eins ganz deutlich zu sagen: Die meisten Unternehmen, die wir finanzieren, werden nichts“, erklärte der Rocket-Chef laut t3n.de. „Wir scheitern oft, aber wir scheitern nicht mit vielen Verlusten.“
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