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Adblocker: Milliardengrab für Verlage

Veröffentlicht: 07.06.2016
imgAktualisierung: 07.06.2016
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
07.06.2016
img 07.06.2016
ca. 2 Min.
Adblocker bedeuten für Verlage Milliardenverluste. Bis 2020 gehen 35 Milliarden US-Dollar verloren, prognostiziert das Forschungsunternehmen Ovum


Adblocker mögen beim Nutzer beliebt sein, auf Verlagsseite bedeuten sie messbare finanzielle Verluste. Innerhalb der kommenden fünf Jahre droht Inhalteanbietern im Internet ein Verlust von 35 Milliarden US-Dollar, weil die Nutzer die Werbung lieber ausblenden.

Adblock

(Bildquelle Adblock: Rzt Moster via Shutterstock)

Sie werden immer beliebter und immer einfacher in der Handhabung: Adblocker. Der Internet-User freut sich darüber, dass unliebsame Popups oder Pre-Roll-Videos nicht angezeigt werden, doch für denjenigen, der hinter der Website steht, sind sie ein Graus, denn im Internetzeitalter ist Werbung eine der wenigen Einnahmequellen.

Das Forschungsunternehmen Ovum hat errechnet, dass Adblock-Software für Verlage in den kommenden Jahren zum echten Milliardengrab wird. So sollen in einem realistischen Szenario, in dem Adblocker sich weiter verbreiten und leichter nutzbar werden, bis 2020 Verluste in Höhe von 35 Milliarden US-Dollar drohen. Selbst optimistisch (Herausgeber unternehmen jegliche zur Verfügung stehenden Gegenmaßnahmen) ist mit 16 Milliarden US-Dollar Verlust zu rechnen.

Adblock bannen kontraproduktiv

Ovums Chefanalytikerin Charlotte Palfrey rät Unternehmen, die Werbung auf den Websites zu optimieren und nutzerfreundlicher zu gestalten, um die Besucher gar nicht erst in die Nutzung von Adblockern zu treiben. Wovon sie allerdings strikt abrät, ist es, Adblocker zu bannen. Dies führe zu Vertrauensverlust und verspreche ohnehin nur wenig Erfolg, da die entsprechenden Systeme stetig aktualisiert und optimiert werden und daher sowieso kaum ausschließbar sind.

Adblock Plus in der Kritik

Als Reaktion auf die Verbreitung von Adblockern probieren immer mehr Verlage Alternativen aus. Auch die New York Times prüft derzeit ein werbefreies Abo-Modell für ihre Website. New-York-Times-Chef Mark Thompson sagte gegenüber Ad Age, man wolle möglichst viele Alternativen anbieten, um die heterogene Nutzerschaft anzusprechen.

Im gleichen Atemzug übte er harsche Kritik an Eyeo und deren beliebten Adblock Plus. Die Firma sei, wie auch andere Adblock-Software-Entwickler, nicht aus purer Nächstenliebe entstanden, sondern wurde von einem digitalen Werbe-Veteranen gegründet. Er nannte Eyeo die zynischste, geldgierigste Seite des alten unreformierten digitalen Werbe-Business. Eyeo schrieb zuletzt wieder Schlagzeilen, weil der OLG Köln das Whitelisting von Adblock Plus verbieten möchte.

Veröffentlicht: 07.06.2016
img Letzte Aktualisierung: 07.06.2016
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

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