Große Konzerne sind für ihre Steuertricks berüchtigt. Großbritannien will sich das aber nicht mehr bieten lassen und geht gegen die Tricksereien von Google, Facebook und Co. vor. Nun nimmt das Land aber auch kleine Händler ins Visier, die über Ebay und Amazon verkaufen und die Gewinne nicht versteuern.

(Bildquelle Abrechnung: patpichaya via Shutterstock)
Vergangene Woche stellte der britische Finanzminister George Osborne den Haushaltsplan 2016 des Landes vor. Dabei ging er auch auf den Online-Handel ein und warnte vor allem vor kleinen Händlern, die ihre Produkte unversteuert über das Internet verkaufen und damit einen unfairen Wettbewerbsvorteil erhaschen würden. Um dem Einhalt zu gebieten, wolle Osborne den Steuerprüfern mehr Rechte geben, wie The Guardian berichtet.
Demnach sollen Steuerprüfer ausländische Online-Händler, die keine Steuern auf ihre Verkäufe über Ebay und Amazon zahlen, verwarnen können. Zahlt der Händler innerhalb von 30 Tagen nach der Verwarnung die Mehrwertsteuer nicht, sollen die Marktplätze für den Steuerausfall zur Verantwortung gezogen werden. Innerhalb der nächsten vier Jahre sollen so ausgebliebene Mehrwertsteuerzahlungen in Höhe von 875 Millionen Pfund (rund 1,12 Milliarden Euro) wieder eingeholt werden.
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Sofern der deutsche Online-Händler brav die Umsatzsteuer in Deutschland abgeführt hat und die Lieferschwelle nur unwesentlich überschritten wurde, würde dem deutschen Staat ja Umsatzsteuer entzogen, da auf rechtlicher Basis die komplette Umsatzsteuer dann zusteht.
Ich finde, da baut sich ein Interessenkonfl ikt bei der Amtshilfe auf.
Chinesen oder andere Anbieter aus zolltechnischen Drittländern müssen im B2C keine Umsatzsteuer im Lieferland entrichten.
Bleibt die Frage, ob da nicht ein 'Sturm im Wasserglas' probiert wird, ohne die konkrete Umsetzung im Auge zu haben.
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das Reverse Charge Verfahren gibts nur bei B2B-Handel, bei B2C zahlt man die Umsatz- bzw. MwSt. (bis zur Lieferschwelle im eigenen Land, danach im Bestimmungsland des Verkaufs).
Mehr dazu lesen Sie in der Mai-Ausgabe des Onlinehändler Magazins.
Beste Grüße
die Redaktion
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Über eine Info freue ich mich.
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