Gefälschte Bewertungen: Amazon verklagt mehr als 1.000 Nutzer

Veröffentlicht: 19.10.2015
imgAktualisierung: 02.03.2016
Geschrieben von: Michael Pohlgeers
Lesezeit: ca. 2 Min.
19.10.2015
img 02.03.2016
ca. 2 Min.
Amazon geht erneut gegen gefälschte Bewertungen vor. Dieses Mal trifft es aber keine Webseite, sondern Privatpersonen: 1.114 Nutzer von Fiverr werden verklagt.


Gefälschte Bewertungen sorgen immer wieder für Aufregung bei Amazon. Nun geht das Unternehmen direkt gegen Nutzer vor, die gefälschte Bewertungen angeboten haben sollen: Über 1.000 Nutzer der Seite Fiverr wurden verklagt.

Justitia in Nahaufnahme

(Bildquelle Justitia: ER_09 via Shutterstock)

Amazon verklagt 1.114 Nutzer, die auf der Freelancer-Plattform Fiverr gefälschte Kundenrezensionen angeboten haben sollen. Anders als im April, als Amazon gegen eine Webseite vorging, steht dieses Mal nicht Fiverr im Visier des Unternehmens. Fiverr hatte bereits in der Vergangenheit immer wieder mit Amazon zusammengearbeitet, um derartige Angebote zu stoppen, wie TechCrunch berichtet. „Fiverr hat einen Sperrprozess, aber dieser löst nicht das Grundproblem“, erklärte ein Amazon-Sprecher.

Gefälschte Bewertungen für "Verifizierte Käufe" angeboten

Die Klage ziele deshalb auch nicht darauf ab, Fiverr stärker in die Verantwortung zu nehmen, sondern das Bewusstsein der Nutzer zu schärfen. Amazon geht schließlich nicht nur gegen Webseiten vor, sondern auch gegen Privatpersonen – und das kann und soll auch abschreckend wirken.

Die angeklagten Nutzer haben gefälschte Bewertungen mit 5 Sternen über das Portal angeboten. In einigen Fällen sollen sie sogar Bewertungen angeboten haben, die als „Verifizierter Kauf“ markiert seien. In anderen Fällen sollen die Angeklagten sogar angeboten haben, dass die Rezension direkt vom Verkäufer geschrieben werden könne und sie diese Rezension anschließend nur einstellen.

Klage gegen Unbekannt

Laut Klageschrift geht Amazon gegen „John Does“, also Unbekannt, vor. Von den 1.114 Angeklagten sind zudem nur ihre Fiverr-Nutzernamen aufgeführt. Dies deute laut TechCrunch darauf hin, „dass Amazon ihre vollständigen persönlichen Informationen nicht haben könnte. Die Klage ist ein erster Schritt, um diese Informationen von Fiverr zu erhalten“. Amazon verlange zudem, dass die Angeklagten offenlegen, wer bei ihnen gefälschte Bewertungen beauftragt habe und welche Bewertungen sie geschrieben haben.

Für Amazon ist der Kampf gegen gefälschte Bewertungen nicht unbedeutend. Die Bewertungen dienen dazu, das Kundenvertrauen zu stärken. Befinden sich gefälschte Bewertungen unter den Rezensionen, kann dies das Vertrauen der Kunden schwächen und Amazons Ruf insgesamt schädigen. Im April hatte Amazon deshalb bereits einen Webseiten-Betreiber verklagt, der 4- bis 5-Sterne Bewertungen zum Verkauf angeboten hatte.

Veröffentlicht: 19.10.2015
img Letzte Aktualisierung: 02.03.2016
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Michael Pohlgeers

Michael Pohlgeers

Micha beobachtet politische Entwicklungen und Marktplatz-Dynamiken. Seine Themen: Teamführung, Plattformen und alles, was den Handel bewegt.

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Keno
19.10.2015

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Das komplette Bewertungssyste m von Amazon ist eine Farce und ich traue kaum noch einer Bewertung - weder gut noch schlecht.
Wer nicht dazu verpflichtet wird, mit seinem realen Namen Bewertungen abzugeben, der oder die wird immer dazu neigen anonyme Fehlbewertungen abzugeben und die meisten hier haben vermutlich schmerzhaft erfahren, was eine schlechte Bewertung von einem Konkurrenten bedeuten kann.