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Karstadt und der Omnichannel: E-Commerce-Chef Haensch verteidigt Strategie

Veröffentlicht: 27.08.2015
imgAktualisierung: 27.08.2015
Geschrieben von: Michael Pohlgeers
Lesezeit: ca. 2 Min.
27.08.2015
img 27.08.2015
ca. 2 Min.
Klaus Haensch, E-Commerce-Leiter von Karstadt, hat nun die Entscheidung erklärt, das Omnichannel-Konzept einzustellen.


Karstadt stellt sein Omnichannel-Konzept ein. Die Absicht des Unternehmens, den umfassenden, kanalübergreifenden Service nicht mehr anzubieten, sorgte für Verwunderung und Kritik. Nun erklärt E-Commerce-Chef Klaus Haensch die Strategie.

Karstadt Filiale

Bildquelle: Heiko Kueverling / Shutterstock.com

Karstadt wird sein Online-Sortiment reduzieren und Stellen streichen. Das Omnichannel-Konzept wird das Unternehmen nicht weiterführen. Zu diesem Schritt habe man sich entschieden, „um nicht wie die meisten Händler im Internet Geld zu verbrennen“, wie es hieß. In der Branche sorgte die Entscheidung für Verwunderung und Kritik.

Nun erklärte Klaus Haensch, E-Commerce-Leiter von Karstadt, im Interview mit der Internet World den strategischen Schwenk. Karstadt peilt vorerst mit der neuen Strategie einen Online-Umsatz im zweistelligen Millionenbereich an. Damit agiere Karstadt aber „nicht zögerlich, sondern kaufmännisch sinnvoll“, erklärt Haensch. „Wir wollen und werden online Geld verdienen.“ Deshalb konzentriere Karstadt sich nun auf Warenbereiche, die man mit den bestehenden Systemen „sehr gut anbieten“ könne. Ziel sei es nicht, alle Warengruppen mit nur durchschnittlicher Leistung anzubieten.

Karstadt sieht Omnichannel nicht kritisch

Das große Ziel von Haensch: profitabel wachsen. Die Einstellung des Omnichannel-Konzepts sei für Karstadt deshalb zwingend notwendig gewesen und sorge für wichtige Kosteneinsparungen. „Dass wir jetzt Kosten senken, ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass unter dem alten Management unnötige Doppelkapazitäten geschaffen wurden – etwa eine zweite Einkaufsorganisation, die wir einfach nicht brauchen“, erklärt Haensch. Um die Kosten weiter zu senken, habe sich Karstadt beispielsweise auch dazu entschieden, Mode nicht mehr so stark online anzubieten. Durch die segmenttypischen hohen Retourenquoten lohne es sich nicht, diese Waren „durch Deutschland und wieder zurück zu senden“.

Haensch will dem Omnichannel-Konzept aber keineswegs generell abgeneigt sein. „Wir sehen Omnichannel nicht kritisch, wir sind im Gegenteil einer der Player, die durch ihre Flächenpräsenz und Markenbekanntheit überhaupt in der Lage sind, Omnichannel wirklich anzubieten“, so Haensch. Karstadt erlebe bereits anhand des Click & Collect Prinzips, dass das Konzept auch funktioniere. Aber Haensch hat konkrete Absichten: Er will „Omnichannel, der erfolgreich ist“ – und das bedeute eben nicht, dass Karstadt alle Produkte online anbieten müssen.

Veröffentlicht: 27.08.2015
img Letzte Aktualisierung: 27.08.2015
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Michael Pohlgeers

Michael Pohlgeers

Micha beobachtet politische Entwicklungen und Marktplatz-Dynamiken. Seine Themen: Teamführung, Plattformen und alles, was den Handel bewegt.

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