Studie: Das macht den Online-Kauf im Ausland so beliebt

Veröffentlicht: 24.06.2015
imgAktualisierung: 24.06.2015
Geschrieben von: Michael Pohlgeers
Lesezeit: ca. 3 Min.
24.06.2015
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ca. 3 Min.
Wieso kaufen immer mehr Menschen in ausländischen Online-Shops ein? Die Internet World Messe hat die konkreten Beweggründe untersucht.


Der grenzüberschreitende Handel wird immer einfacher und auch immer häufiger genutzt. Diese Entwicklung setzt auch die deutschen Händler immer stärker unter Druck, aber was sind die Gründe für den verstärkten Kauf im Ausland? Die Internet World Messe hat das in einer Studie untersucht.

Symbolbild Ausland

(Bildquelle Ausland: potowizard via Shutterstock)

Erschreckende Zahlen für deutsche Online-Händler: 67 Prozent der Kunden kaufen bereits in europäischen Shops ihre Lieblingsmarke oder interessieren sich zumindest dafür. Die Konkurrenz wird also zunehmend internationaler. 56 Prozent der Kunden gehen sogar über Europa hinaus und kaufen weltweit Produkte – beziehungsweise zeigen sich offen dafür, dies in Zukunft zu tun. Die Landesgrenze spielt im Online-Handel also kaum eine Rolle und den Online-Kunden ist es gleich, ob sie nun in einem deutschen Online-Shop kaufen oder in einem ausländischen. Das hat eine aktuelle Studie unter 5.000 deutschen Internet-Nutzern im Auftrag der Internet World Messe ergeben.

„Die Scheu vor dem Klick auf den Kaufen-Button im Ausland sinkt mit zunehmender E-Commerce-Erfahrung immens“, betont Daniela Zimmer, Programmleiterin der Internet World. Die meisten Deutschen haben zumindest mit europäischen Shops Erfahrung: Mehr als die Hälfte (54 Prozent) habe schon öfter bei einem Online-Shop in Europa bestellt, immerhin gut zwei von fünf sogar bei einem außereuropäischen Shop. Das Hauptmotiv scheint hier die Verfügbarkeit zu sein: 90 Prozent geben an, im Ausland Produkte zu kaufen, die in Deutschland nicht angeboten werden.

Sicherheitsbedenken kaum relevant

Viel alarmierender dürfte aber die zweite Motivation für den Einkauf im Ausland sein: 83 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Produkte im Ausland online zu günstigeren Preisen als in Deutschland bekommen. Damit wird der Preiskampf auf die internationale Ebene gebracht, der Vergleich mit deutschen Konkurrenten ist für Online-Händler also viel zu kurz gegriffen. Das ist übrigens eine Entwicklung, die britische Händler bereits erkannt haben und deshalb dem Online-Handel in Deutschland mitunter offen den Kampf angesagt haben.

Obwohl es auch gute Gründe gibt, auf den Einkauf im Ausland zu verzichten, scheinen Sicherheitsbedenken kaum eine Rolle bei der Entscheidung zu spielen: Nur jeder Vierte hält den Auslandszahlungsverkehr für unsicher und nur knapp jeder Dritte ist um die Sicherheit seiner persönlichen Daten besorgt. Hindernisse beim Kauf im Ausland sind dabei eher hohe Versandkosten (63 Prozent) und versteckte Kosten, etwa Bank- oder Zollgebühren (60 Prozent).

Weitere Ergebnisse der Studie zeigt die Zusammenfassung der Internet World Messe:

 

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Veröffentlicht: 24.06.2015
img Letzte Aktualisierung: 24.06.2015
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Michael Pohlgeers

Michael Pohlgeers

Micha beobachtet politische Entwicklungen und Marktplatz-Dynamiken. Seine Themen: Teamführung, Plattformen und alles, was den Handel bewegt.

KOMMENTARE
1 Kommentare
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N.W.
25.06.2015

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Na ja, die andere Seite ist, dass Produkte "Made in Germany" weltweit sehr gefragt sind und das man damit im Ausland deutlich höhere Erträge erzielen kann. Weiter kommt noch hinzu, dass Deutschland mit DHL und Co eine ausgezeichnete Versandlogistig hat und deutsche Versandhändler nach wie vor einen guten Ruf in Bezug auf service und Sicherheit haben.