Guten Morgen! Unser News-Update zum Dienstag:
- Investitionen sollen Haushaltslücke schließen
- Handelssektor im Stimmungstief: ifo-Geschäftsklimaindex sinkt
- 20 Prozent mehr Pleiten im Handel
Der Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Siegfried Russwurm,fordert die Bundesregierung dazu auf, „unbequeme und schmerzhafte Entscheidungen“ in Bezug auf die Priorisierung des Haushalts zu treffen. Ihm geht es dabei um nicht weniger als um mehr Investitionen in die Industrie. Die Schuldenbremse soll nach seinen Vorstellungen dabei aber angeschaltet bleiben. „Wir fordern nicht neue Mehrausgaben des Staates“, erklärte Russwurm der Tagesschau zufolge dazu auf dem Tag der Industrie.
Hintergrund der Forderung ist die durch das BDI errechnete Finanzierungslücke in der derzeitigen Haushaltsplanung. Es fehlen für die nächsten zehn Jahre 400 Milliarden Euro, insbesondere für die Verkehrs- und Bildungsinfrastruktur. Russwurm sieht die Lösung in „präzise zweckgebundenen und zeitlich klar definierten Kreditpaketen“; sprich in schuldenfinanzierten Sondervermögen.
Wirtschaftsminister Habeck (Grüne) hat schon deutlich gemacht, dass es keine milliardenschweren kreditfinanzierten Sondervermögen außerhalb der Schuldenbremse für beispielsweise die Sanierung maroder Infrastruktur geben wird. Kanzler Olaf Scholz (SPD) meint, dass man mit dem aktuell geplanten „Dynamisierungspaket“ in Sachen Abschreibung und Forschungsförderung „noch eine Schippe“ drauflegen könne. Finanzminister Christian Lindner (FDP) kündigt bereits eine Wirtschaftswende durch das geplante Paket an.
Eine Einigung zwischen Scholz, Lindner und Habeck ist jedenfalls noch nicht in Sicht. Ob das „Dynamisierungpaket“ so groß wird, wie angekündigt, bleibt abzuwarten. Immerhin ist das vormals groß angekündigte Wachstumgschancengesetz am Ende auch deutlich kleiner ausgefallen. Geplant war hier ein Volumen von sieben Milliarden Euro für 50 Maßnahmen. Die umgesetzte Light-Variante umfasst ein Volumen von gerade einmal 3,2 Milliarden Euro.
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