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Zum Start in den Tag gibt es die aktuellsten Meldungen aus der Branche im Überblick:
- FDP setzt auf Steuerentlastung: Grundfreibetrag soll deutlich steigen
- Teilzeitbeschäftigung auf Allzeithoch im ersten Quartal 2024
- Reiche werden immer noch reicher
Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) will sowohl Geringverdiener als auch Besserverdiener um Milliarden an Steuern entlasten, um das Steuersystem der Inflation anzupassen. Anpassungen in der Lohn- und Einkommensteuer sollen bis 2026 für etwa 23 Milliarden Euro Entlastung sorgen. „Endgültige Zahlen liegen erst im Herbst vor“, zitiert der Spiegel dazu aus einer Mitteilung des zuständigen Ministeriums. Ziel sei es, die kalte Progression zu bekämpfen. Aktuell bestünde das Risiko, dass Beschäftigte durch Lohnerhöhungen in eine höhere Steuerklasse rutschten und damit über weniger Kaufkraft verfügten.
Mit seinen Plänen will Lindner über das bereits von der Ampelregierung beschlossene Inflationsausgleichsgesetz, mit dem Steuertarife für die Jahre 2023 und 2024 angepasst wurden, hinausgehen: So soll der Grundfreibetrag für die Lohn- und Einkommensteuer 2024 rückwirkend zum 1. Januar von knapp 11.000 Euro auf 11.784 Euro steigen. Davon würden laut Prognosen vor allem Rentner profitieren. Die Entlastung könnte bei zwei Milliarden Euro liegen. 2025 soll der Grundfreibetrag weiter auf 12.084 Euro steigen. Die Steuersätze der Einkommensteuer sollen erst ab höheren Einkünften ansteigen. Diese Maßnahmen ergäben eine Entlastung von acht Milliarden Euro. Im Jahr 2026 soll der Grundfreibetrag dann ein drittes Mal, auf 12.336 Euro, steigen. Die Grenze, ab der der Spitzensteuersatz gezahlt werden muss, soll auf 69.798 Euro angehoben werden. Hier würde sich nun eine Steuerentlastung in Höhe von 13,3 Milliarden Euro ergeben.
Diese Anpassungen seien verfassungsrechtlich geboten, um die Steuerfreiheit des Existenzminimums zu sichern. Weitere Entlastungen seien zwar nicht zwingend, aber nach dem Gebot der Fairness erforderlich.
Ob Lindner mit diesen Plänen durchkommt, bleibt abzuwarten. Kritik kam bereits von der SPD: Von den Entlastungen würden die zehn Prozent mit dem stärksten Einkommen am meisten profitieren. Auch von den Grünen gab es Gegenwind. Man könne nicht an anderen Stellen Einsparungen fordern und dann solche Pläne vorlegen. Die Diskussionen über den Haushalt und vor allem darüber, wie man das Haushaltsloch von über 25 Milliarden Euro schließen will, werden durch diesen Vorstoß jedenfalls nicht einfacher.
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