Ab 2030: Keine Einweg-Plastik-Verpackungen

Veröffentlicht: 26.04.2024
imgAktualisierung: 26.04.2024
Geschrieben von: Hanna Hillnhütter
Lesezeit: ca. 2 Min.
26.04.2024
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Müllberg
© ahmedaryf / Depositphotos.com
Die EU will bis 2030 Einweg-Plastik in vielen Bereichen komplett verbieten.


Bis auf wenige Ausnahmen soll bis 2030 jede Einwegverpackung in der EU recyclebar sein. Das wurde von den Abgeordneten des EU-Parlaments mehrheitlich beschlossen, wie die Tagesschau berichtet. Damit soll der Verpackungsmüll innerhalb der EU bis 2040 um 15 Prozent reduziert werden. Bestimmte Einweg-Plastikverpackungen werden mit der neuen Verordnung komplett verboten. Unter das Verbot zählen beispielsweise Einwegverpackungen für frisches, unverarbeitetes Gemüse, Tütchen für Ketchup oder Mayo und die Plastiktüte im Supermarkt. Außerdem dürfen Gepäckstücke an Flughäfen nicht mehr mit Plastikfolie umwickelt werden. 

Ausnahme für Medizinprodukte und Camembert 

Ausnahmen gibt es unter anderem für medizinische Produkte, zum Beispiel für den Blister von Tabletten. Auch sind Materialien wie Echtholz, Kork, Textilien, Gummi, Keramik, Porzellan und Wachs von der Pflicht zur Recyclingfähigkeit ausgeschlossen. Diese Ausnahme ist vor allem auf den Widerstand aus Frankreich zurückzuführen, so kann der Camembert weiterhin in traditionellen Holzschachteln verkauft werden. 

Zudem sollen künftig alle EU-Länder auf Mehrwegsysteme umsteigen. Ähnlich wie das bereits in Deutschland geltende Pfandflaschen-System. 

Plastikmüll wird weltweit zum Problem

Auf jede:n EU-Bürger:in kommen durchschnittlich 190 Kilogramm Verpackungsmüll im Jahr. In Deutschland liegt der Wert sogar noch deutlich höher. Hier liegt der jährliche Pro-Kopf Wert bei 225 Kilogramm.

Weltweit sind um die 50 Großkonzerne für rund die Hälfte des gesamten Plastikmülls verantwortlich. Das zeigte eine Studie der Fachzeitschrift „Science Advances“, wie der Spiegel berichtete. In einem Zeitraum von fünf Jahren wurde in 84 Ländern Kunststoffabfälle gesammelt. Die Hälfte des gesammelten Mülls konnte keinem Unternehmen zugeordnet werden. Die andere Hälfte wird von rund 50 Konzernen verursacht. Am häufigsten fanden sich Verpackungen von Coca-Cola, aber auch die Tabakkonzerne Altria und Philip Morris waren für eine Vielzahl von Verpackungen verantwortlich. Auch Verpackungen von Danone, Nestlé und Pepsi waren häufig zu finden.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 26.04.2024
img Letzte Aktualisierung: 26.04.2024
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Hanna Hillnhütter

Hanna Hillnhütter

Hanna hat die juristischen Entwicklungen im Blick – mit Fokus auf Abmahnungen, Wettbewerbsrecht und aktuelle EU-Verordnungen.

KOMMENTARE
2 Kommentare
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karin
06.05.2024

Antworten

Das geht doch total an der Realität vorbei. Recyclebar ist ein schönes Wort, wenn Plastik nicht wirklich recycelt wird und trotzdem in der Natur landet oder einfach ohne Filter irgendwo in der Welt verbrannt wird. Wie wäre ein EU-Gesetz, dass in allen EU-Ländern alle Plastikflaschen überhaupt mit einem höheren Pfand versehen werden und es in der EU auch überall ein Mülltrennsystem gibt, das wirklich am Ende entsprechend funktioniert. Komme gerade aus Kreta zurück, dort gibt es kein Pfandsystem für Plastikflaschen ... In kleinen Dörfern / Städten kommen auch Plastikflaschen in den Hausmüll oder landet in der Natur...
Waltmann
29.04.2024

Antworten

"bis 2030 jede Einwegverpackun g in der EU recyclebar"

Unten wird dann con Coca-Cola & Co. gesprochen, die den meisten Plastik-Müll in der Studie verursacht hätten.
Deren Verpackungen (PET) sind aber in der Regel gut recyclebar. Was ändert sich also?

Es muss doch vielmaehr sichergestellt werden, dass receyclebare Verpackungen auch tatsächlich recyclet werden und nicht das, was hier via Grüner Punkt etc. gesammelt wird, dann via Containerschiff in die 3. Welt verschifft wird, wo es dann am Strand und im Meer landet.