IHK verleiht Ausbildungssiegel an Nazi-Shop

Veröffentlicht: 05.04.2024
imgAktualisierung: 05.04.2024
Geschrieben von: Hanna Hillnhütter
Lesezeit: ca. 1 Min.
05.04.2024
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Online-Shop
© AndrewLozovyi / Depositphotos.com
Ein Nazi-Shop erhielt von der IHK das Siegel „Anerkannter Ausbildungsbetrieb 2024“.


Im Online-Shop von Tommy Frenck gibt es zahlreiche Nazi-Artikel zu kaufen. Schon der Name des Shops „Druck18“ deutet auf die rechte Gesinnung hin. In dem Shop finden sich unter anderem in rechtsextremen Kreisen gebräuchliche Codes wie „88“ oder „18“. Auch schwarz-weiß-rote Flaggen und ein Bier namens „Reichsbräu“ sind erhältlich. Dieser Shop erhielt nun von der IHK das Siegel „Anerkannter Ausbildungsbetrieb“, wie Focus berichtet.

Der Betreiber des Shops ist auch für die Justiz kein Unbekannter. Er wurde bereits wegen Volksverhetzung und gefährlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt. Mit der Anerkennung als Ausbildungsbetrieb gilt er damit gemäß der Ausbilder-Eignungsverordnung als qualifiziert, junge Menschen in Bezug auf Charakter und Toleranz zu unterrichten und soziale und persönliche Entwicklung zu fördern. 

„Kein Ermessensspielraum“

Auf Nachfrage wies die IHK die Kritik von sich und gab an, keinen Ermessensspielraum zu haben. Um das Siegel zu erhalten, müssen Ausbilder einen Test mit 80 Fragen absolvieren. Wenn genügend Fragen richtig beantwortet werden, erhält man das Siegel. „Wenn es sich um einen verfassungsfeindlichen Shop handelt, dann gehört dieser verboten. Solch ein Verfahren einzuleiten, ist aber nicht unsere Aufgabe“, so IHK-Chef Ralf Pieterwas auf Nachfrage der Bild. 

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 05.04.2024
img Letzte Aktualisierung: 05.04.2024
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Hanna Hillnhütter

Hanna Hillnhütter

Hanna hat die juristischen Entwicklungen im Blick – mit Fokus auf Abmahnungen, Wettbewerbsrecht und aktuelle EU-Verordnungen.

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