Das können Unternehmen für Gleichberechtigung tun
Neben der Politik können Betriebe dazu beitragen, für mehr Chancengleichheit zu sorgen und so auch Pluspunkte sammeln, um Fachkräfte zu binden: „Wir brauchen mehr Transparenz bei Gehältern und eine konsequente Umsetzung von Gesetzen zur Entgeltgleichheit“, fordert etwa Ute Neher von Indeed. Sie sieht aber auch Frauen selbst in der Verantwortung. „Zum anderen liegt es an jeder einzelnen Frau, sich für eine gerechte Bezahlung einzusetzen.“ In diesem Zusammenhang hilft Empowerment, also einerseits die Unterstützung im Kampf für gleiche Bezahlung und Chancen, andererseits „die Stärkung des Selbstbewusstseins und das Überwinden von Grenzen, die sich viele Frauen aus Furcht, gesellschaftlichen Normen nicht zu entsprechen, selbst gesteckt haben“, bringt es das Portal woman.at auf den Punkt. Und auch da können Unternehmen viel tun, indem sie ihre Stellenanzeigen kritischer hinterfragen oder auch Räume bzw. Mentoring-Programme schaffen, durch die Frauen gezielt gefördert werden. Arbeitgeber:innen sollten nicht darauf warten, dass Frauen von selbst Gehaltserhöhungen oder Beförderungen ansprechen, sondern sie generell auf demselben Niveau vergüten und in gleiche Positionen bringen wie die männlichen Kollegen. Mit Blick auf Beförderungen kann die Führungsebene auch aktiver auf sie zugehen.
On top hilft alles, was beispielsweise bei der Kinderbetreuung oder Pflege entlastet. So sollten Unternehmen etwa auch Vätern lange Elternzeiten anbieten – und zwar ganz selbstverständlich. In politischer Hinsicht versucht man hier bereits, neue Wege zu gehen und nur noch einen Monat lang eine gemeinsame Elternzeit zu gewähren: „Mit der Regelung soll eine langfristig partnerschaftliche Aufteilung von Sorgearbeit und Erwerbstätigkeit beider Elternteile gefördert werden. Väter sollen darin bestärkt werden Elterngeldmonate abwechselnd mit der Partnerin zu beziehen. Dies ist auch aus gleichstellungspolitischen Gesichtspunkten sinnvoll“, sagte ein Sprecher des Bundesfamilienministeriums MDR Aktuell. Ob das in der Praxis funktionieren wird, bleibt noch abzuwarten.
Ein Schritt in die richtige Richtung dürfte bereits die Entwicklung sein, dass Frauen auch mit Teilzeitstellen inzwischen etwas häufiger Führungsverantwortung übernehmen: Knapp drei Viertel der Führungskräftestellen in Teilzeit – und damit die Mehrheit haben Frauen inne, wie eine aktuelle Analyse des IW Köln mit Daten aus dem Jahr 2020 zeigt. Es gibt aber Luft nach oben: So arbeiten im Verhältnis mehr Frauen in einer Führungsposition in Teilzeit (27,7 Prozent) als Männer (4,9 Prozent). Und ohnehin ist der Anteil an Frauen in Führungspositionen – laut IW – mit einem Drittel nicht ausgeglichen.
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