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Unternehmen sprechen sich für Offenheit und Toleranz aus

Veröffentlicht: 22.01.2024
imgAktualisierung: 25.01.2024
Geschrieben von: Hanna Behn
Lesezeit: ca. 4 Min.
22.01.2024
img 25.01.2024
ca. 4 Min.
Schild auf Demonstration "Menschenrechte statt rechte Menschen"
© WOPictures / Depositphotos.com
Am Wochenende demonstrierten Hunderttausende Menschen in Deutschland gegen Rechtsextrismus. Und auch mehrere Unternehmen und Verbände beziehen nun politisch Stellung.


Allein an diesem Wochenende haben sich in Deutschland über 900.000 Menschen an Demonstrationen gegen Rechtsextremismus in zahlreichen Städten beteiligt, meldete unter anderem Deutschlandfunk mit Verweis auf Informationen von Polizei und Bundesinnenministerium. Anlass für die jüngsten Proteste war ein Treffen von Rechtsradikalen und Vertreter:innen von AfD und CDU in Potsdam, in dem Pläne besprochen wurden, Menschen mit Migrationsbiografie aus dem Land vertreiben zu wollen. Das Recherchenetzwerk Correctiv hatte das Zusammentreffen aufgedeckt. 

Doch der Rechtsruck ist längst auch ein Thema für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Das zeigt sich in zahlreichen Reaktionen deutscher Unternehmen und Verbände, die nun ebenfalls zur aktuellen Entwicklung politisch Stellung bezogen haben.

Otto Group ruft Unternehmen auf, Position zu beziehen – Zalando plädiert für Weltoffenheit

Allen voran (übrigens nicht zum ersten Mal) ruft Otto-CEO Alexander Birken zu aktivem Engagement auf: „Auch die Unternehmen sollten sich öffentlich klarer positionieren – für den Erhalt von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Vielfalt und gegen Extremismus, Terror und Antisemitismus“, zitiert die Otto Group den Vorstandsvorsitzenden auf LinkedIn. „Wir wollen, dass Deutschland ein weltoffenes Land ist“, sagte Zalando Co-CEO Robert Gentz der Börsen-Zeitung, in der sich auch viele weitere DAX-Konzerne gegen Hass und Ausgrenzung positionierten. „Nicht verhandelbar sind jedoch die Grundwerte unseres friedlichen Zusammenlebens. Hass und Ausgrenzung dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz haben“, sagt Jochen Hanebeck, CEO von Infineon, auf LinkedIn

Die Deutsche Bahn versucht es mit etwas Humor: „Heute müssen alle stehen. Aufstehen für die Demokratie“, schrieb der Konzern am vergangenen Wochenende auf Threads. Der Bundesverband für Paket- und Expresslogistik gab anlässlich der aktuellen Ereignisse eine Pressemitteilung heraus. „Die Paketbranche steht für Offenheit, Toleranz und Respekt“, heißt es darin. „Rassismus, die Verunglimpfung von Menschen mit Migrationshintergrund und das Schüren von Ängsten in der Bevölkerung haben in unserer Gesellschaft nichts zu suchen, dafür treten wir entschieden ein und werden dies auch in Zukunft tun“. Und mit Blick auf kommende Landtagswahlen mahnt auch der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Siegfried Russwurm, im Radio-Interview mit dem BR: „Wehret den Anfängen!“

Mehr zum Thema:

Fachkräftemangel – eine der größten Sorgen deutscher Unternehmen

Der zunehmende Rechtsextremismus könne zudem auch Fachkräfte aus dem Ausland abschrecken, fürchten Unternehmen und Wirtschaftsfachleute. So blicken Firmen in Deutschland längst mit Sorge auf die eigene Personalsituation, in einer jüngsten Auswertung der Allianz-Versicherung zu Geschäftsrisiken schaffte es der Fachkräftemangel auf Rang 4. „Der Mangel an Arbeitskräften ist derzeit in der Chipbranche und der industriellen Gesundheitswirtschaft extrem“, sagte Peter Adrian, Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) der Tagesschau. Die Suche nach passenden Mitarbeiter:innen sei in sämtlichen Branchen eine der größten Herausforderungen. „Nur wenn sich Menschen bei uns wohlfühlen, werden sie zu uns kommen und nur so sind wir dauerhaft als Standort attraktiv“, so Adrian. 

Marcel Fratzscher, Präsident des Instituts der Deutschen Wirtschaft, betont, die Zuwanderung junger Menschen sei eine „riesige Chance“ für Deutschland – sie müssten unbürokratisch integriert werden können. „Rassismus ist dagegen abschreckend – gerade für Hochqualifizierte, die unter vielen verschiedenen Optionen wählen können.“

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Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 22.01.2024
img Letzte Aktualisierung: 25.01.2024
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Hanna Behn

Hanna Behn

Hanna widmet sich am liebsten den Themen E-Commerce-Trends, Leadership und Unternehmertum.

KOMMENTARE
2 Kommentare
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Jörg Kuhn
23.01.2024

Antworten

Danke lieber Händlerbund, dass Ihr nun auch über dieses Stöckchen springt. Frau Merkel führte, mit Ihrer Politik, unser Land in eine tiefes, schwarzes Loch. Die Ampel glaubt nun, getrieben von Ideologien das Problem durch graben zu lösen.

Vorgestern tritt ein Harbeck (mit einer Medienkampagne) , gestern ein Ex Siemens Chef auf und schon babbelt unsere Presse wieder die Nebelkerze von der Fachkräfteeinwa nderung nach. Leute macht`s Euch halt nicht so leicht.

Welche echte Fachkraft (ich spreche nicht von Sozialsystemein wanderern) soll den bei den miserablen Bedingungen (Unsicherheit, Wohnraum, Steuern, Abgaben, Bürokratie) nach Deutschland wollen? Die Realität zeigt doch gerade das immer mehr Firmen und Fachkräfte Deutschland verlassen! Jedes liberale, ich spreche bewusst gar nicht von libertären Ländern, bietet höhere Gewinnaussichte n als Deutschland.
Hubert
23.01.2024

Antworten

Unser Gesellschaftsmo dell ist nicht nachhaltig. Dieser Tatsache sollte man sich zuerst einmal stellen und sich dann fragen, was wir bei uns selbst verändern müssen. Die Lösung kann nicht darin bestehen, in großer Zahl Fachkräfte aus anderen Ländern abzuziehen. Denn diese Fachkräfte werden dort genausso benötigt wie bei uns.