Lego-Erbin mit grüner Vision
Aktien im Wert von rund 854 Millionen Euro hat Sofie Kirk Kristiansen verkauft. Die 47-Jährige ist als Urenkelin des Lego-Gründers Erbin des Klemmbaustein-Konzerns. „Anfang dieses Jahres hat Sofie Kirk Kristiansen mit den anderen Anteilseignern vereinbart, einen Teil ihrer Anteile an Kirkbi zu verkaufen“, zitiert das Manager Magazin jüngst mit Blick auf Bloomberg.
Für das Geld habe Kristiansen schon einen recht konkreten Verwendungszweck im Blick: Sie wolle neben Zeit auch Geld in nachhaltige Innovationsprojekte, beispielsweise zum Thema Naturschutz, stecken.
Abschied von Lorenz Bahlsen und Heinz Dürr
Von zwei namhaften Persönlichkeiten musste sich die hiesige Wirtschaft in den letzten Wochen verabschieden: Lorenz Bahlsen und Heinz Dürr.
Lorenz Bahlsen verstarb bereits im Oktober nach schwerer Krankheit im Alter von 75 Jahren. Als Enkel des Firmengründers Hermann Bahlsen kam er 1974 ins familiäre Keks-Unternehmen, wurde bereits drei Jahre später persönlich haftender Gesellschafter und stieg im Jahr 1987 zum Vorsitzenden der Geschäftsführung der H. Bahlsen Keksfabrik KG auf. Nach Uneinigkeiten wurde die Bahlsen-Gruppe Ende der 1990er-Jahre aufgespalten und Lorenz Bahlsen konzentrierte sich fortan mit der neuen Firma Lorenz Snack World auf den Bereich der salzigen Knabbereien. Vor vier Jahren übergab er die Firmenleitung an seinen Sohn Moritz Bahlsen, der sich nach dem Tod seines Vaters betroffen zeigte: „Sein Mut, sein Ideenreichtum und Scharfsinn, sein Humor und sein Rat werden uns sehr fehlen“, wird er bei der Tagesschau zitiert.
Mit 90 Jahren ist Heinz Dürr gestorben. Der Unternehmer aus Schwaben war als „Vielzweckmanager“ bekannt und stand namhaften Unternehmen wie AEG und der Deutschen Bahn vor. „Heinz Dürr hat als Unternehmer stets über den Tellerrand hinausgeblickt und die Dinge hinterfragt“, sagte Dürr-Vorstandschef Jochen Weyrauch laut Spiegel. „Das machte ihn zu einer außergewöhnlichen Persönlichkeit mit unstillbarer Neugier.“ Dürr schaffte es, das elterliche Unternehmen von einer Blechbearbeitungsfirma zu einem globalen Marktführer für Lackiertechnik umzubauen.
Weitere Personalien im Überblick
Viel zu viele personelle Wechsel gab es in den vergangenen Wochen, um sie allesamt aufzuzeigen. Kurz und bündig haben wir daher im Folgenden noch einige Neuerungen zusammengefasst:
- Nach der Mitgründung der Dating-App Tinder wandte sich Whitney Wolfe Herd einem neuen Projekt zu: Bumble, von dem es heißt, es sei eine „feministischen Version von Tinder“. Mit dem Börsengang des Unternehmens im Jahr 2021 wurde sie zeitweise zur jüngsten Selfmade-Milliardärin der Welt. Nach nunmehr zehn Jahren ist die 34-Jährige jetzt als Chefin von Bumble zurückgetreten und überlässt das Feld Slack-Chefin Lidiane Jones.
- Von 2003 bis 2012 war Bernd Stadlwieser CEO des Schmuckanbieters Thomas Sabo und habe dabei die Firma „maßgeblich mitgeprägt“. Ab Januar soll er in seine alte Führungsrolle zurückkehren. Unterstützt werden soll er von Hanno Chevalier, der als Chief Operating Officer ebenfalls in der Geschäftsführung agiert.
- C&A Europe will sich technisch zukunftssicher aufstellen: In diesem Rahmen wird Wim Blaauw ab Anfang Januar der neue Digitalchef (Chief Digital & Transformation Officer) beim Bekleidungsriesen. Zuvor war er 21 Jahre bei Ikea, leitete dort zuletzt die Digitalsparte, beschleunigte die Digitalisierung des Möbelhauses und führte die Omni-Channel-Strategie an.
- Miguel Müllenbach führte den Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof als CEO durch krisenreiche Zeiten. Seit Anfang Dezember arbeitet er beim Baumarktbetreiber Obi, wo er die Position des Finanzchefs (CFO) innehat. Obis Aufsichtsratschef Christian W. E. Haub zeigte sich ob der „tiefen Handelsexpertise“ sowie seines „souveränen Führungsstils“ zufrieden mit der Besetzung.
- Apropos CFO: Auch beim Logistiker Hermes Germany wird die Finanzsparte von neuen Händen übernommen: Ab 1. Januar 2024 wird Alexander Bortel als CFO Mitglied der Geschäftsführungsebene und verantwortet den Bereich Services.
- Weiterer Umbruch beim Familienunternehmen Werhahn: Erich Schiffers, Chef des Schneidwarenherstellers Zwilling, wird zum Jahresende das Unternehmen verlassen. Hintergrund sei die „Neuaufstellung des Vorstands“.
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