Arbeiten im Urlaub – wie lange und wo?
Im Schnitt werden bei Unternehmen derzeit durchschnittlich Workations mit bis zu 30 Tagen im Jahr angeboten. Angestellte wünschen sich indes sogar mehr, nämlich im Schnitt 45 Tage. Ganz unmöglich sind längere Aufenthalte dabei nicht: Schon heute gibt es einige Länder, „die bedenkenlos für eine Workation bereist werden können“, erläutert Domnik Skalet. „Dazu gehören vor allem Indonesien und Schweden, in denen Nicht-Einheimische bis zu 183 Tage steuerfrei arbeiten dürfen. In Neuseeland und Taiwan ist dasselbe für 92 beziehungsweise 90 Tage möglich und Hongkong und Singapur erlauben einen bis zu 60-tägigen Remote-Work-Aufenthalt.“
Mit Blick auf die beliebtesten Ziele liegen nach Angaben des HomeToGo Workation Index 2023 die Städte Lissabon und Porto ganz weit vorn, gefolgt von Barcelona, Amsterdam, Dublin oder Paris. Bei den Ländern seien es TUI zufolge wiederum Thailand, Dänemark, Rumänien, Frankreich, Ungarn und Spanien. Das wichtigste vor Ort ist aber allen voran eine stabile Internetverbindung. Daneben können aber auch Datensicherheitsstandards eine wesentliche Rolle spielen.
Benefits rund um die Work-Life-Balance weiter im Fokus
Für sechs von zehn Beschäftigen ist es für die Jobwahl entscheidend sei, ob ein Unternehmen Workations anbietet, ergab eine Studie des Portals Workation.de aus dem Juni des letzten Jahres. Die Hälfte der Leute würde demnach Arbeitgeber:innen, die dies per Vertrag anbieten, bevorzugen und vier von zehn Personen würden zwei Wochen Workation jährlich einer Gehaltserhöhung vorziehen. Vor allem für Nachwuchskräften sei das Modell ein essenzielles Kriterium für die Arbeitsplatzwahl.
Insgesamt prägt die Frage nach einer guten Work-Life-Balance die neue Arbeitswelt zunehmend. „Immer mehr Menschen sehnen sich nach Flexibilität, um mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen, sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern oder Hobbies und Leidenschaften nachgehen zu können“, so Dominik Skalet. Das bestätigt auch Vodafone: „Wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihr Arbeitsleben mit den persönlichen Interessen, Herausforderungen und Wünschen gut vereinbaren können, arbeiten sie motivierter und haben eine engere Bindung ans Unternehmen.“ Deshab gibt es in der Düsseldorfer Zentrale seit 2007 und inzwischen auch an weiteren Standorten eine Betriebskita, Gleitzeit-Arbeitskonten, individuelle Vereinbarungen sowie konkrete Hilfs- und Beratungsangebote mit Kostenübernahmen helfen, die Pflege von Angehörigen zu ermöglichen. Doch Work-Life-Balance ist noch mehr: „Attraktive Arbeitsbedingungen im Büro und im Homeoffice, eine offene, wertschätzende, diverse Unternehmenskultur und gegenseitiges Verständnis sind uns wichtig bzw. sind die Basis für unsere Art, zu arbeiten. Das spiegelt sich auch positiv in unserer Produktivität wider“, betont das Unternehmen.
Ob man tatsächlich neben der Arbeit auch genügend abschalten und somit den fremden Aufenthaltsort genießen kann, bleibt sicher fraglich. So fällt es laut Bitkom ja bereits zwei Dritteln der Deutschen im Urlaub sehr schwer, nicht zu Arbeitsangelegenheiten erreichbar zu sein: „In Zeiten von Homeoffice und mobilem Arbeiten vermischen sich bei vielen Berufstätigen im Arbeitsalltag private und berufliche Tätigkeiten. Umso wichtiger ist deshalb, den Urlaub zur Erholung zu nutzen“, meint Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Arbeitgeber sind hier in der Pflicht, klare Regeln wie Vertretungslösungen zu etablieren, zu kommunizieren und durchzusetzen. Der Urlaub sollte nur im äußersten Notfall gestört werden.“ Entsprechende Regelungen bei Firmen sollten daher, im Sinne eines Mehrwertes für alle Beteiligten, auch diesen Aspekt berücksichtigen.
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