Wettbewerbsnachteile durch zu wenig Frauen im Vorstand
Den höchsten Frauenanteil gibt es derzeit in dem Bereich der Konsumgüter: 28 Prozent aller Vorstandsmitglieder sind in dieser Branche weiblich. Auf etwa ein Fünftel kommen jeweils die Bereiche Pharma, Telekommunikation, Finanzen und Transport oder Logistik. Mit 8 Prozent vergleichsweise gering ist der Anteil der Managerinnen in der Medienbranche, gefolgt von Energiekonzernen und im Tech-Bereich. In der Auto- und Immobilienbranche steigt der Anteil zudem nicht.
Die Karriere von Frauen zu fördern, sei indes angesichts der derzeitigen Personalsituation ratsam, so EY-Expertin Ev Bangemann: „Wer ambitionierten Managerinnen keine attraktiven Karriereangebote machen kann oder will, droht eben jene Mitarbeiterinnen zu verlieren.“ Firmen, die solche Stellen nur männlich besetzen, müssten „über kurz oder lang Wettbewerbsnachteile hinnehmen“, erklärt sie. „Es ist deshalb in ihrem ureigenen Interesse, eine offene Unternehmenskultur zu entwickeln, in der Vielfalt tatsächlich gelebt wird und kein Lippenbekenntnis ist. Wir sehen aber auch: Dieser Prozess gelingt nicht von heute auf morgen.“
Bundesfrauenministerin Lisa Paus betont in dem Zusammenhang die Relevanz von Frauenquoten: „Die gesetzlichen Vorgaben haben Erfolg, die festen Quoten für Aufsichtsräte und Vorstände wirken“, erläutert die Grünen-Politikerin laut ntv/dpa. „Um gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Führungspositionen durchzusetzen, müssen wir aber das gesamte Management in den Blick nehmen.“ Dass Frauen in Aufsichtsräten überdies die Profitabilität positiv beeinflussen, ergab erst kürzlich eine Untersuchung der Universität Tübingen. Demnach würden mehr weibliche Vorstandsmitglieder dazu beitragen, dass bessere Unternehmensentscheidungen getroffen werden.
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