Das sagt H&M zum Verbleib der Alttextilien
Auf Nachfrage sandte H&M ein Statement zu den aktuellen Recherchen, dass auch bereits an Aftonbladet ging. Darin heißt es: „Die H&M Group ist kategorisch dagegen, dass Kleidung zu Abfall wird, und dies steht im Widerspruch zu unserer Arbeit, eine kreislauforientierte Fashion-Industrie zu schaffen“. Man nehme die aktuellen Erkenntnisse sehr ernst, und betonte, dass sich die eigene Kundschaft darauf verlassen könne, „dass mit den Kleidungsstücken, die sie in unseren Kleidersammelboxen abgeben, verantwortungsvoll umgegangen wird“. Es seien sämtliche Kleidungsstücke bei Secondhand- oder Recyclingunternehmen gelandet, wie auch der Beitrag der schwedischen Tageszeitung auch gezeigt hätte, erläutert H&M weiter.
Mitte Februar dieses Jahres gab der schwedische Modehändler die Zusammenarbeit mit dem Recyclingunternehmen Remondis bekannt. Seit wenigen Monaten kümmere man sich im neu gegründeten Joint-Venture „Looper Textile Co.“ darum, noch im Laufe dieses Jahres etwa 40 Millionen Kleidungsstücke im Wirtschaftskreislauf zu behalten. Wie H&M weiter betont, habe eine eigene Untersuchung von Remondis ergeben, „dass die Kleidungsstücke bekannte und adäquate Partner erreicht haben.“ Dass man sich deshalb sicher sei, dass keine Kleidungsstücke weggeworfen werden, betonte auch H&M CEO Helena Helmersson im jüngsten Interview mit Aftonbladet. Sie erklärt weiter, dass man durch die Sortierung der Kleidung vor deren Export Verantwortung übernehme. Dies tue man bereits seit gut zehn Jahren, eben, weil man möglichst viele Warenströme unter Kontrolle haben wolle. Mit passender Technologie schaue man außerdem, dass das, was produziert werden, sich auch verkaufe. Problematisch sei, wie Helmersson einräumt, dass es in den Ländern keine Recycling-Programme gebe, weshalb sie sich für eine Gesetzgebung ausspricht, die solche Systeme vor Ort vorschreibt.
Dennoch: Aktuell wird Kleidung in die Regionen verschickt, die diese Systeme nicht haben. So will Aftonbladet mithilfe von Zolldaten zuvor ermittelt haben, dass Remondis und zwei weitere Partnerfirmen, die die Kleidung für H&M im Feldversuch sortierten, zwischen Januar und April insgesamt über eine Million Kleidungsstücke nach Ghana entsendet haben. Es bestehe auch ein Bedarf an Kleidung vor Ort, so Helmersson, die Partnerfirmen würden dafür sorgen, dass die Kleidung dahin gelange, wo dieser bestehe. Sie räumte ein, dass die aktuelle Überprüfung ein äußerst wichtiges Problem aufwerfe, das es gemeinsam zu lösen sei. Und es gebe bereits Lösungen, die es auszuweiten gelte.
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Stattdessen werden bestenfalls Altkleider hier in Deutschland gesammelt und dann in arme Staaten geschafft, allen voran auf den afrikanischen Kontinent. Dort zerstören sie nachhaltig die lokale Textilindustrie . Denn selbstverständl ich können die lokalen Produzenten mit praktisch kostenlos den Markt überflutender Kleidung nicht mithalten. Es zerstört die Lebensgrundlage vieler Menschen, insbesondere der besonders armen. Und das nur, damit in Deutschland jemand ein vermeintlich gutes Gewissen hat.
Würden dagegen Altkleider, die entsorgt werden, wie aller andere Müll in Deutschland auch einfach in eine Müllverbrennung sanlage wandern, so würden sie dort Energie liefern und den Menschen in der Textilwirtschaf t in armen Ländern die Möglichkeit geben, ein kleines Einkommen zu generieren, um ihre Familien zu ernähren.
Deshalb kann ich nur hoffen, dass immer mehr Menschen in Deutschland, die ihre Kleidung entsorgen wollen, abgesehen von akuter und klar definierte Nothilfe ihre Altkleidung einfach in den Restmüll geben. Damit tun sie etwas für die Umwelt und vor allem nehmen sie nicht unwissentlich den ganz besonders Armen auf dieser Welt ihre Lebensgrundlage .
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