Rohstofflieferant für Recycling-Firmen
Die neue Unternehmensgründung reiht sich in die Bemühungen der Modekette ein, nachhaltiger und ökologischer zu wirtschaften. Seit 2013 sammelt H&M getragene Kleidungsstücke in entsprechenden Boxen in den eigenen Filialen – unabhängig vom Zustand der Kleidung oder der Marke. Wer die Ware in den Store bringt, erhält sogar einen Gutschein.
Mit der Gründung des eigenständigen Joint Ventures will sich die H&M-Gruppe nun noch direkter an der Entwicklung der Infrastruktur beteiligen, die für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft in der Mode benötigt werde. „Wir sind davon überzeugt, dass der textile Kreislauf aufgrund seiner hohen Komplexität nur mit vertrauensvollen, innovativen und gleichgesinnten Partnern entlang der Wertschöpfungskette geschlossen werden kann und freuen uns, die Synergie zwischen der H&M Gruppe und Remondis gefunden zu haben“, so Loopers COO Marc Schubert. Das Jungunternehmen will sich als Rohstofflieferant für Firmen etablieren, die sich mit dem Wiederverkauf und Recycling von Textilien beschäftigen. Damit die Waren optimal vorsortiert sind, soll beispielsweise Nahinfrarot-Technologie zum Einsatz kommen. Zudem wolle man ein Netzwerk von Partnern aus den Bereichen Wiederverwendung und Recycling aufbauen.
Ob die Initiative fruchtet, bleibt abzuwarten. In den USA musste sich H&M im Herbst vergangenen Jahres – nicht zum ersten Mal – mit einer Klage wegen Greenwashing beschäftigen. In der Kritik steht dabei laut Fashionunited die Linie „Conscious Choice“. Auch steht der schwedische Händler aktuell vor wirtschaftlichen Herausforderungen: Enorme Kosten führten zuletzt zu Gewinneinbrüchen, seit Ende letzten Jahres fährt das Unternehmen einen Sparkurs.
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