Seit gefühlt einer Ewigkeit kennen die Preise hierzulande nur eine Richtung, nämlich nach oben. Dies hat sich jetzt allerdings überraschenderweise gewandelt. Die Erzeugerpreise sanken im Oktober im Schnitt um 4,2 Prozent. Der erste Rückgang seit 2,5 Jahren, und ein signifikanter dazu. „Dies war der erste Preisrückgang gegenüber dem Vormonat seit Mai 2020 und zugleich der stärkste seit Beginn der Erhebung 1949“, heißt es vom Statistischen Bundesamt laut dem Spiegel. Die Experten hatten eine ganz andere Prognose gestellt und waren von einem Anstieg von 0,9 Prozent ausgegangen.
Besonderen Einfluss auf den Rückgang hatten die Energiepreise, die im Oktober deutlich unter dem Vormonat lagen. Experten sehen diese Entwicklung als gutes Zeichen, die Inflation könnte mit diesem „spektakulären Rückgang“ der Erzeugerpreise ihren Höhepunkt erreicht haben. Laut LBBW-Ökonom Jens-Oliver Niklasch könnte es „vielleicht das erste Signal eines gewissen konjunkturbedingten Nachlassens des Preisdrucks“ gewesen sein.
Ganz gebannt sei die Gefahr für Verbraucher allerdings noch nicht. Bislang blieben diese von den Teuerungen teils noch verschont, Unternehmen haben gaben laut einer aktuellen Umfrage des Wirtschaftsinstituts Ifo die gestiegenen Preise nur in kleinen Schritten und nicht vollständig an die Kunden weiter. Bislang wurden die gestiegenen Preise erst zu 34 Prozent an die Verbraucher weitergegeben. Laut der Umfrage könnte sich dies allerdings im kommenden Jahr ändern, bis April 2023 planen die Firmen, die Weitergabe auf 50 Prozent zu erhöhen.
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