Immer mehr Menschen in Deutschland sind von Armut bedroht. Nach neuesten Angaben des Statistischen Bundesamtes waren im vergangenen Jahr etwa 13 Millionen Menschen betroffen, was einem Anteil in Höhe von 15,8 Prozent aller Bundesbürgerinnen und -bürger entspricht. Konkret gelte jeder als armutsbedroht, der auf weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zurückgreifen kann. Für Menschen, die allein leben, gilt dabei eine Grenze von weniger als 1.251 Euro im Monat. Der Marker für Familien mit zwei Kindern liegt bei weniger als 2.627 Euro monatlich, heißt es in eine dpa-Meldung bei Fashion United.
Insbesondere die teils extrem gestiegenen Kosten für Strom und Heizung, aber auch für Lebensmittel verschärfen die Situation für Bundesbürger mit geringem Einkommen. „Die Dramatik, die wir im Augenblick haben, ist in den Zahlen nicht enthalten“, wird die Sozialexpertin und Professorin Anne Lenze zitiert. „Das trifft diejenigen am stärksten, die ohnehin schon wenig haben.“ Für Betroffene sei es nicht möglich, an Stellen wie Restaurantbesuchen oder Ausflügen zu sparen, denn sie müssten ohnehin einen großen Teil ihres Einkommens für Notwendiges wie Lebensmittel oder Wohnen ausgeben.
Als Ergebnis der Entwicklung sei davon auszugehen, dass Menschen unter das Existenzminimum geraten. Gerade auch die Energiekosten-Abrechnungen seien eine immense Last und häufig mit Nachzahlungen verbunden, hinzu kommen die Pauschalen, die in vielen Fällen künftig höher angesetzt werden.
Frauen (16,5 Prozent) sind dabei grundsätzlich stärker von Armut bedroht als Männer (15,1 Prozent) – eine Tendenz, die im Alter noch deutlichere Ausmaße annehme: Ab einem Alter von 65 Jahren seien 21 Prozent der Frauen und 17,4 Prozent der Männer bedroht, unter den Schwellenwert zu fallen. Dies hänge auch mit den geringeren Renten vieler Frauen zusammen. Während etwa Kinder und Jugendliche mit 16,2 Prozent, Alleinerziehende mit 26,6 Prozent und Alleinlebende mit 26,8 Prozent überproportional gefährdet seien, ist unter den Arbeitslosen mit 47 Prozent die Hälfte von Armut gefährdet.
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