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Otto: Mehrheit der Online-Kundschaft will nicht für Retouren zahlen

Veröffentlicht: 04.08.2022
imgAktualisierung: 04.08.2022
Geschrieben von: Hanna Behn
Lesezeit: ca. 4 Min.
04.08.2022
img 04.08.2022
ca. 4 Min.
Mann packt Paket mit Kleidung aus
© Monkey Business Images / Shutterstock.com
Die Diskussion, ob Retouren nun gegen Aufpreis oder vermeintlich gratis angeboten werden, reißt nicht ab. Otto wollte in eine Umfrage wissen, was Kunden wollen.


Sollen für Kundinnen und Kunden beim Rücksendevorgang zusätzlich Gebühren ausgewiesen werden oder nicht? Die Diskussion um kostenpflichtige Retouren hält an: Vor allem aus Gründen des Klimaschutzes sollten so viele unnötige An- und Rücklieferungen wie möglich vermieden werden. Vermeintliche „Gratis“-Retouren würden dafür eher Anreize bieten, so die Argumentation.

Die Otto Group bietet indes eine für die Kundschaft kostenfreie Möglichkeit an, Waren auch einfach wieder an das Unternehmen zurückzuschicken. Doch der Händler wollte es genauer wissen und hat das Markt- und Meinungsforschungsteam YouGov mit einer Studie dazu beauftragt, was denn überhaupt gewünscht wird. Für die Umfrage wurden 2.062 Personen in Deutschland repräsentativ nach Alter (ab 18 Jahren), Geschlecht und Region befragt. 

Nur 14 Prozent würden extra für Retouren bezahlen

Die Bereitschaft, einen Aufpreis für die Rücksendung zu zahlen, ist mit 14 Prozent der Befragten gering, zeigen die Ergebnisse. Knapp die Hälfte (45 Prozent) ist generell nicht dazu bereit. Immerhin ein Drittel der Leute wäre damit einverstanden, Mehrkosten für die Retoure zu tragen, wenn zuvor keine Versandkosten berechnet wurden.

In Hinblick auf die Idee, durch Retourengebühren mehr zum Klimaschutz beizutragen, fragte Otto außerdem danach, ob die Kosten getragen werden würden, wenn die Gebühren dann in Klimaschutzprojekte fließen: In diesem Fall wäre auch gut ein Drittel (35 Prozent) dazu bereit – 48 Prozent sprachen sich dennoch dagegen aus.

Otto: Extraaufwand und Kosten „nicht zu verantworten“

Otto vertritt diesbezüglich eine klare Haltung: „Wir sehen es als den falschen Schritt, Kund*innen an dieser Stelle mit Mehrkosten zu belasten“, heißt es einer aktuellen Mitteilung des Konzerns. Und Alexander Birken, CEO der Otto Group, führt dazu aus: „Das kostenfreie Anprobieren von Textilien und anderen Waren gehört bei uns zum Service. Wir haben keinerlei Pläne, Retouren zu bepreisen.“ Auch angesichts derzeitiger Belastungen, etwa durch die geopolitische Situation und die Inflation – wäre ein zusätzlicher Kosten-, Organisations- und Zeitaufwand „nicht zu verantworten“. 

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Die Umfrageergebnisse würden belegen, dass das Unternehmen mit dieser Auffassung bei der eigenen Kundschaft auf Gegenliebe stößt. Des Weiteren setze man auch lieber auf andere Lösungen zur Retourenvermeidung: Neben typischen Maßnahmen wie detaillierten Beschreibungen und aussagekräftigen Bildern werden etwa smarte Technologien eingesetzt: So nutzt der zur Otto Group gehörende Modehändler Bon Prix KI-Tools, um das Sortiment passend zu gestalten.

Es können bereits neue Kleidungsstücke digital so weit entwickelt werden, dass die Daten direkt in die Produktion gehen, heißt es. „Und wenn dann doch Produkte in verschiedenen Größen im Warenkorb landen, erscheint vor dem Check-out ein freundlicher Hinweis. Kund*innen haben so die Möglichkeit, vor dem Kauf noch einmal innezuhalten und zu entscheiden, ob sie die Mehrfachbestellung wirklich möchten.“ – Eine Möglichkeit, die auch Experten zum Thema Retourenvermeidung empfehlen.

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Veröffentlicht: 04.08.2022
img Letzte Aktualisierung: 04.08.2022
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Hanna Behn

Hanna Behn

Hanna widmet sich am liebsten den Themen E-Commerce-Trends, Leadership und Unternehmertum.

KOMMENTARE
4 Kommentare
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Dana
10.08.2022

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Klar, dass Otto sich für so eine Umfrage feiern lässt. Die Mischkalkulatio n im gemischten Sortiment lässt auch genug Freiraum dafür, kostenlose Retouren anzubieten. UND, durch Amazon & Co. versaute Kunden (muss man leider so mal sagen) sehen es nicht ein, warum sie Retourkosten bezahlen sollen. Klar. NIEMAND würde es einsehen, mehr Geld als nötig auszugeben. Das da ein enormer Aufwand entsteht, interessiert niemanden. Man erwartet ja schon kostenfreien Versand. Warum eigentlich überhaupt noch für etwas bezahlen? Und dann sich aufregen, wenn der Service nicht perfekt. Sorry, aber genau diese geiz-ist-geil Mentalität lässt den Handel nur einseitig interessant gestalten. Wehe, der Unternehmer verdient noch was !! Ich wünsch Otto, dass nicht genau diese Einstellung ihn auch mal in die Reihe der Insolventen setzt!
tom
10.08.2022

Antworten

Was für eine dumme Umfrage ... fragen Sie Kunden dochmal, ob die Waren nicht eigentlich kostenlos sein müssen. Immerhin sparen Onlinehändler ja die Miete für Läden und Malls...
reika
05.08.2022

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Wundert es jemand, dass auf solch eine Fragestellung die Kunden sich so entscheiden? Außerdem hat Otto ein "Mischsortiment " und ist bei diesem Thema nicht vergleichbar mit Shops, welche zu 70 bis 80% Speditionsware anbieten welche nach Rücksendung in vielen Fällen unbrauchbar ist.
Sabine
05.08.2022

Antworten

Die Kunden zahlen die Retouren trotzdem. Die, die die Ware behalten. Bei ca 80% muss irgendjemand die Kosten tragen, nicht nur die Diet Rücksenung. Aktuell habe ich zwischen 20-30 Euro nur Kosten für den Versand inkl Retouren einkalkuliert, immerhin müssen 20% für die Kosten aufkommen.