Die hohe Inflation und die daraus resultierende Zurückhaltung der Kundinnen und Kunden erhöhen den Druck auf Zalando. Der Modehändler hat nun auf die Entwicklung reagiert und die eigenen Prognosen für das Gesamtjahr deutlich zusammengestrichen. Hatte sich das Unternehmen aus Berlin zuvor noch ein Umsatzwachstum zwischen 12 und 19 Prozent erhofft, wurde dieses nun mit maximal drei Prozent, also 10,7 Milliarden Euro, angegeben. Im schlimmsten Fall geht Zalando noch von einem stagnierenden Umsatz in Höhe von 10,4 Milliarden Euro aus.
Laut Dax-Konzern sind die makroökonomischen Herausforderungen nach Aussagen von Donnerstagabend längerfristiger und zugleich intensiver, als man zunächst angenommen hatte. Einsparungen in verschiedenen Bereichen, wie etwa im Marketing, oder logistische Anpassungen sowie eine Ausweitung des Mindestbestellwertes auf weitere Länder sollen als unterstützende Maßnahmen greifen.
An der Börse war die Senkung der Prognosen deutlich spürbar: Nachbörslich sackte die Aktie am Donnerstagabend ab. Ein Rückgang von fast neun Prozent war auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schluss auszumachen. Dort lag sie zuletzt bei nur noch 23,30 Euro. Während Zalando offensichtlich mit schwachen Zahlen zu kämpfen hat, gebe es auch hinter den Kulissen einige Schwierigkeiten: So verweist das Manager Magazin etwa auf Managementfehler und schlechte Stimmung. So war etwa Co-CEO Rubin Ritter gegangen. Auch andere Top-Köpfe hätten dem Unternehmen den Rücken gekehrt und dabei sogar teils „kräftige Gehaltseinbußen in Kauf [genommen], um Zalando hinter sich zu lassen“, heißt es weiter.

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