So werden Kundinnen und Kunden belohnt
Kundinnen und Kunden erhalten als Belohnung ab der dritten behaltenen Bestellung Freifahrten für Flixbus oder Bahn. Wie wird das abgewickelt und finanziert?
Neben dem Gutscheinbereich Mode, welcher den teilnehmenden Shops als Gutscheinpartner exklusiv vorbehalten ist, haben die Nutzer:innen des Prämienprogramms die Möglichkeit, ihre Punkte bei mehreren behaltenen Bestellungen in Premiumgutscheine einzutauschen. Wichtig ist für uns dabei, dass die Einlösemöglichkeiten die Wende zu mehr Nachhaltigkeit im Alltag befördern.
Im Bereich Mobilität stehen daher Gutscheine für die Deutsche Bahn, Flixbus oder Swapfiets für ein Leasing-Abo für Fahrräder zur Auswahl. Im Bereich Food sind es dann zum Beispiel die Online-Drogerie KoRo oder VeKoop, die auf Bio oder vegane Produkte setzen. Mit einigen dieser Gutscheinpartner haben wir bereits Kooperationen abgeschlossen, dort kümmern wir uns um die Prüfung und Weitergabe der Gutscheincodes.
Der Kooperationspartner profitiert von der sehr hohen Zielgruppenrelevanz und durch Promotionsmöglichkeiten wie dem „Gutschein des Monats“. Bei den Gutscheinpartnern – mit denen wir uns noch in der Anbahnungsphase befinden, die Prämie aufgrund der Attraktivität aber bereits unseren Nutzer:innen anbieten wollen – kümmern wir uns neben der Abwicklung auch um den Voraberwerb der Gutscheine, falls das nötig wird. Für uns sind das klassische Kunden-, in unseren Fall Nutzerakquisitionskosten.
„Wir wollen nachhaltig den Retourenprozess beeinflussen“
Wie ist die bisherige Resonanz von Online-Shops auf euer Modell? Mit welchen Erwartungen kommen die Shops zu euch? Konntet ihr bereits viele Partnerfirmen gewinnen?
Insofern wir die Möglichkeit haben, unser Prämienprogramm, die User Journey und die Vorteile anhand unserer Key Performance Indicators vorzustellen, dann ist die Resonanz durchweg positiv. Letztlich hat jede:r Händler:in im Fashionbereich mit dem Problem der Retouren zu kämpfen und ist an der Reduzierung der Retourenkosten interessiert.
Wir laden interessierte Händler:innen ein, den kostenfreien Retourenkostenrechner auf unsere Webseite zu nutzen, um für sich selbst zu visualisieren, was ein Prozentpunkt an eingesparter Retourenquote an Profitabilitätszuwachs bedeutet. Die Intensivierung von Gesprächen bis hin zur Integration ist dann von den individuellen IT-Pipelines der Shops abhängig. Zum Teil leistet man dort noch Pionierarbeit, da intern weiterhin auf „Mehr Marketing = mehr Außenumsatz“ gesetzt wird, unabhängig davon, wie viel Nettomarge vom Umsatz hängen bleibt, anstatt auf das Thema Kostenreduzierung und Umweltrelevanz zu schauen. Dort wünschen wir uns von Shopbetreiber:innen noch mehr Integrität in Sachen ernstgemeinte Nachhaltigkeit über alle Geschäftsprozesse hinweg, mehr Agilität in der Entscheidungsfindung und Vertrauen in die aufwandsarme Integration und den automatisierten Order-Abgleich unserer Plug-ins.
Die Erwartung, der wir gerecht werden möchten, ist die nachhaltige Einflussmöglichkeit auf den Prozess der Retouren. Unsere Partnershops sollen sich auf ihre Kernkompetenz konzentrieren können, nämlich, gute Produkte zu verkaufen. Um den daran anknüpfenden Prozess der Retourenvermeidung bzw. -abwicklung maximal nachhaltig und transparent zu gestalten, dafür arbeitet man mit uns zusammen. Mittlerweile tun das bereits knapp 20 Online-Shops und Brands.
Und wie finden es die Verbraucherinnen und Verbraucher?
Wir sind sehr stolz auf die Verbraucher:innen, die bisher Teil von Keepoala geworden sind und können uns glücklich schätzen, eine so aktive Community zu vereinen. Bisher haben wir noch keine großen Marketingkampagnen ausgerollt, das heißt, die meisten unserer Nutzer:innen sehen uns zum ersten Mal als Banner in der Bestellbestätigung eines Partnershops und entscheiden sich in dem Moment durch den Klick auf das Banner, trotz der aktuell noch geringen Bekanntheit, bewusst und aktiv für die Teilnahme am Programm und für die Unterstützung unserer Mission.
Wenn wir uns die User-Engagement-Statistiken anschauen, dann etabliert sich das Verhalten, was wir uns wünschen: Über 70 Prozent der Nutzer:innen kommen zur App zurück und erfassen regelmäßig Bestellungen, die Retourenquote der Community ist im einstelligen Bereich, mit einem durchschnittlichen dreistelligen Warenkorb. Die Antwortrate beim Ausspielen der Fragebögen zu behaltenen oder retournierten Produkten ist ebenfalls weit über dem Industry Benchmark. Das heißt, wir merken jeden Tag, wie wichtig es der Community ist, ihren Lieblingsshops und uns mit ihren Antworten zu helfen und den Wandel zu einem nachhaltigen E-Commerce-Sektor mitzugestalten. Durch das Umweltbewusstsein der Keepoala-Nutzer:innen konnten so bereits mehr als 2.500 Retouren vermieden werden.
Angebot soll auf weitere Produktkategorien ausgeweitet werden – und einen großen Marktplatz
Was sind eure Wünsche für die Zukunft, was eure nächsten konkreten Schritte? Könntet ihr euch eine Ausweitung auf andere Sektoren als Mode vorstellen?
Eines der großen Ziele für dieses Jahr ist das Onboarding des ersten „großen“ Partnershops. Damit meinen wir einen Online-Shop bzw. Marktplatzanbieter, der täglich mit mindestens einer vierstelligen Anzahl an Retouren zu kämpfen hat. Umso größer das Bestell- und Retourenaufkommen, umso höher ist unser Hebel auf den Profitabilitätszuwachs bei bereits einem Prozentpunkt an reduzierter Retourenquote. Dafür entwickeln wir gerade die nächsten beiden Shopsystem-Plug-ins Oxid eSales und Salesforce Commerce Cloud, neben den bereits vorhandenen Plug-ins für Shopify, Shopware 5, Shopware 6 und Plentymarkets. Durch die Plug-in-Anbindung und aufgrund des gleichen, europäischen Widerrufsrechts und ähnlichen Konsum- und Retourniermustern in Europa haben wir die Möglichkeit, das Keepoala-Programm zügig zu internationalisieren
Die Ausweitung auf weitere Sektoren ist für uns anschließend der nächste, logische Schritt. Die Entscheidung für eine CO2-vermeidende bzw. eine CO2-ärmere Konsumalternative gibt es nicht nur im Online Modehandel, sondern auch bei anderen Verbrauchsgütern, Elektronikartikeln oder Produkten des täglichen Bedarfs.
Das langfristige Ziel von Keepoala ist es, die europäische Brand für umweltbewussten Konsum zu werden. Es wird für uns immer im Mittelpunkt stehen, dass man die CO2-sparende Alternative transparent erfassen und nachweisen kann – und das in jedem Konsumvertical [Branche, Anm. d. Red.] und letztlich auch in der Verbindung zwischen offline und online. Nur dann können wir nachweislich einen Einfluss auf die Reduzierung des eigenen CO2-Fußabdrucks haben, anstatt uns lediglich per CO2-Kompensation von bisherigen Konsummustern freizukaufen.
Vielen Dank für das Gespräch!
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