Darum sind Fälschungen so gefährlich
Die drei Hauptpreisträger des Plagiarius 2022 sind ein innovatives und nachhaltiges Picknick-Besteck, ein Druckmessgerät sowie ein Kugellager. Bei allen drei Produktkategorien wird dabei schnell klar, dass minderwertige Fälschungen hier eine große Gefahr darstellen können. Chemische Stoffe im Besteck, Unfälle aufgrund fehlerhaft justierter Geräte durch falschen Druck: neben diesen Gefahren, welche die Fälscher in Kauf nehmen, ziehen sie damit potenziell auch den guten Namen der Marken in den Dreck.

Das Besteckset „Klikk“ der Marke Koziol landete dabei auf dem ersten Platz. Nicht nur, dass der minderwertige Kunststoff dem nachhaltigen Gedanken des Originals entgegensteht. Produktionsmängel des in China produzierten Plagiats führen hier außerdem dazu, dass sich das Set nach kurzem Gebrauch bereits nicht mehr, wie eigentlich angedacht, zusammenstecken lässt. Das auf dem zweiten Platz gelandete Druckmessgerät eines indischen Herstellers geht sogar so weit, den Namen des eigentlichen Herstellers, Wika, direkt ins Display zu drucken.
Das suggeriert unwissenden Kunden direkt, es hier mit einem Originalprodukt zu tun zu haben und nicht nur einem ähnlichen Produkt eines anderen Herstellers. Die Firma Wika steht dabei für Präzision, Qualität und Sicherheit – Attribute, mit denen die Fälschung sich definitiv nicht brüsten kann. Ähnliches gilt für die Schaeffler-Kugellager, welche durch das chinesische Unternehmen Giant kopiert wurden. Neben einer immensen Unfallgefahr für ausführende Mitarbeiter müssen Kunden, welche an ein Plagiat gerieten, hier auch oft mit hohen Reparaturkosten rechnen. China gilt generell als eines der Zentren der Fälschungsindustrie, wie auch eine Amazon-Razzia gegen eine Fälscherfabrik gezeigt hat, über die Amazon Watchblog berichtet.
Neben den drei Hauptpreisen vergab Plagiarius in diesem Jahr auch vier weitere gleichrangige Auszeichnungen sowie einen Sonderpreis, den „Hyänen-Preis“. Dieser wurde einer ganzen Armada von Fälschungen für das Knipex-Schaltschlüsselwerkzeug „Twinkey“ verliehen. Binnen der letzten drei Jahre wurde dieses Produkt dabei ganze 9.500 Mal gefälscht. Eine Situation, in der sich der Originalhersteller nahezu wie durch ein Rudel Hyänen umstellt fühlt.
Die weiteren vier Auszeichnungen betreffen nicht minder dreiste Fälschungen, welche aber insgesamt mit einem geringeren Schadenspotential einhergehen. Bei einem Designerhemd mit Motiven eines Künstlers wurde beispielsweise lediglich die Bildanordnung geändert und versucht, Kunden mit einem Siebtel des Originalpreises zu locken. Die Taschenvariante des Klikk-Bestecks von Koziol wurde vom sonst für seine Fast Fashion Angebote bekannten Marktplatz Shein kopiert.
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