Weiterer Druck auf globale Lieferketten
Da Produktionen in Shanghai stillstehen und auch Transporte von Ressourcen und Produkten sowie Hafenprozesse potenziell betroffen sind, verschärft der anhaltende Lockdown in Shanghai die Situation der globalen Lieferketten weiter. Laut ARD sollen Stadtteile mit registrierten Corona-Fällen noch „für weitere sieben bis 14 Tage abgeriegelt“ bleiben. Genauere Informationen liegen jedoch nicht vor.
„Die Wucht dieses Lockdowns könne die ohnehin schon überlasteten Lieferketten und die Logistik hart treffen und China als Wirtschaftsmotor der Welt ins Wanken bringen“, so die Einschätzung des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. Es sei nicht abzusehen, ob sich die Lage vor Ort mit steigenden Corona-Fällen ändern wird – gerade mit Blick auf die Hafenlogistik könnten Ausfälle grundsätzlich deutliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Nach Angaben des Logistikdienstleisters DSV habe die Überlastung der Häfen weltweit inzwischen „einen neuen Höchststand erreicht, und obwohl die angespannte Situation in den USA abnimmt, nehmen die Warteschlangen in Nordasien und Europa zu“. Häfen kämpften demnach mit wachsenden Rückstaus und dementsprechend auch mit Verzögerungen. Vor Shanghai habe es zuletzt mehr als 300 Schiffe gegeben, die auf ihre Abfertigung gewartet hätten. Alternative Routen, etwa die Ansteuerung des Hafens Ningbo, seien zwar möglich, jedoch auch mit zusätzlichen Kosten verbunden.
Während chinesische Fluggesellschaften sowohl nationale als auch internationale Passagierflüge nach Shanghai gecancelt hätten, werde auch mit einer Einstellung des Luftfrachtverkehrs gerechnet. „Gegenwärtig fährt aufgrund des Lockdowns kein Lkw von / nach Pudong Airport und das eintreffende Volumen wird durch wenige, zugelassene Kräfte verzögert abgefertigt“, heißt es weiter.
Kommentar schreiben