Der Bund hat am Dienstag ein neues Rettungspaket für den angeschlagenen Warenhauskonzern Galeria abgenickt: Das Unternehmen erhält demnach einen zweiten Staatskredit in Höhe von 220 Millionen Euro netto. Im vergangenen Jahr hatte Galeria schon einmal ein Darlehen von über 460 Millionen Euro in Anspruch nehmen müssen.
Insgesamt 30 Millionen Euro von dem frischen Geld würden für eine Teilrückzahlung des ersten Darlehens aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) genutzt. Galeria-Chef Miguel Müllenbach sieht in der abgenickten, neuen Millionenhilfe nach Angaben des Handelsblattes „eine Bestätigung unserer Strategie und unseres eingeschlagenen Weges“, hatte er in einem Brief an die Belegschaft geäußert.
Uneingeschränkte Zustimmung gibt es für den neuerlichen Staatskredit offenbar aber nicht – Martin Fassnacht, Branchenexperte von der Düsseldorfer WHU Otto Beisheim School of Management bezeichnete den neuen Kredit etwa als „Skandal“, wobei er eine Rückzahlung als unwahrscheinlich einstufe: „Bei dem wirtschaftlichen Zustand des Unternehmens sehe ich nicht, wie sie dieses Geld jemals zurückzahlen können“, wird er weiter zitiert. Auch Wirtschaftswissenschaftler und E-Commerce-Spezialist Gerrit Heinemann zeigt sich skeptisch. Er bezweifle, dass ein neuer Staatskredit „das Siechtum“ des Unternehmens beenden könne. Vielmehr würde es durch das neue Geld verlängert.
Der Erhalt von Krediten aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds sei in der Regel an positive Prognosen und Zukunftsaussichten geknüpft. Kritiker wie Fassnacht sehen diese nicht gegeben, da beispielsweise starke Player aus dem Online-Handel, wie etwa die Modeanbieter Zalando und Zara oder die Parfümerie Douglas, für ihre „Zielgruppen einfach cooler rüber[kommen]“, so der Handelsexperte.
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schön, da muß ich meinen enkelkindern nicht dauernd im supermarkt sagen ,, ihr habt doch heute schon genug zucker gehabt,, :-))
alles schön positiv sehen :-((
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