Neuer Staatskredit für Galeria in der Kritik

Veröffentlicht: 26.01.2022
imgAktualisierung: 26.01.2022
Geschrieben von: Tina Plewinski
Lesezeit: ca. 3 Min.
26.01.2022
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ca. 3 Min.
Schaufenster des Warenhauskonzerns Galeria
© CorinnaL / Shutterstock.com
Galeria bekommt einen neuen Millionenkredit vom Staat – das frische Geld für den Warenhauskonzern sorgt aber auch für Kritik. Außerdem: Microsoft steigert Gewinne und Osterhasen fallen aus.


Der Bund hat am Dienstag ein neues Rettungspaket für den angeschlagenen Warenhauskonzern Galeria abgenickt: Das Unternehmen erhält demnach einen zweiten Staatskredit in Höhe von 220 Millionen Euro netto. Im vergangenen Jahr hatte Galeria schon einmal ein Darlehen von über 460 Millionen Euro in Anspruch nehmen müssen. 

Insgesamt 30 Millionen Euro von dem frischen Geld würden für eine Teilrückzahlung des ersten Darlehens aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) genutzt. Galeria-Chef Miguel Müllenbach sieht in der abgenickten, neuen Millionenhilfe nach Angaben des Handelsblattes „eine Bestätigung unserer Strategie und unseres eingeschlagenen Weges“, hatte er in einem Brief an die Belegschaft geäußert.

Uneingeschränkte Zustimmung gibt es für den neuerlichen Staatskredit offenbar aber nicht – Martin Fassnacht, Branchenexperte von der Düsseldorfer WHU Otto Beisheim School of Management bezeichnete den neuen Kredit etwa als „Skandal“, wobei er eine Rückzahlung als unwahrscheinlich einstufe: „Bei dem wirtschaftlichen Zustand des Unternehmens sehe ich nicht, wie sie dieses Geld jemals zurückzahlen können“, wird er weiter zitiert. Auch Wirtschaftswissenschaftler und E-Commerce-Spezialist Gerrit Heinemann zeigt sich skeptisch. Er bezweifle, dass ein neuer Staatskredit „das Siechtum“ des Unternehmens beenden könne. Vielmehr würde es durch das neue Geld verlängert.

Der Erhalt von Krediten aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds sei in der Regel an positive Prognosen und Zukunftsaussichten geknüpft. Kritiker wie Fassnacht sehen diese nicht gegeben, da beispielsweise starke Player aus dem Online-Handel, wie etwa die Modeanbieter Zalando und Zara oder die Parfümerie Douglas, für ihre „Zielgruppen einfach cooler rüber[kommen]“, so der Handelsexperte.

Microsoft mit sattem Gewinnplus

Der Tech-Konzern Microsoft hat seine Zahlen für den Zeitraum Oktober bis Dezember vorgelegt und in diesem Rahmen eine positive Entwicklung präsentiert: Der Umsatz konnte um rund ein Fünftel auf 51,7 Milliarden Dollar hochgeschraubt werden. Als Treiber gilt nach wie vor die Cloud-Sparte, die insbesondere in der Pandemie und in Zeiten von Homeoffice für viele Unternehmen, Arbeitnehmer, Studenten, aber auch Schüler und andere Nutzer äußerst relevant ist.

Um deutliche 21 Prozent legte der Gewinn zu und erreichte einen Wert von 18,8 Milliarden Dollar. An der Börse kam die Präsentation der Zahlen allerdings nicht sonderlich gut an: Die Aktie sackte nachbörslich um rund fünf Prozent ab. „Seit dem Rekordhoch im November hat das Papier rund 16 Prozent verloren – geschuldet zum einen dem jüngsten Ausverkauf von Tech-Aktien an der Wall Street und zum anderen der Ankündigung, den Call-of-Duty-Entwickler Activision Blizzard für 69 Milliarden Dollar übernehmen zu wollen“, heißt es dazu in einer Reuters-Meldung bei der WirtschaftsWoche.

Ostern: Lieferengpässe bei Schoko-Hasen 

In elfeinhalb Wochen ist Ostern und aus der Süßwarenindustrie sind Warnrufe zu verzeichnen: Wichtige Rohstoffe sind knapp und tradierte Lieferketten unterbrochen, mahnt Carsten Bernoth, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie e. V. (BDSI). „Dies kann auch Folgen für das bevorstehende Ostergeschäft haben – etwa dass nicht alle beliebten Produkte wie Schoko-Hasen wie geplant produziert werden können“, kommentiert er laut Handelsblatt

Neben dem Rohstoffmangel und den angeknacksten Lieferketten verschärfen zudem weitere Probleme die aktuelle Lage: etwa fehlende Verpackungsmaterialien oder auch mangelnde Frachtkapazitäten, die der Nachfrage nicht standhalten können. Alles in allem leiden die Produzenten auch unter teils massiv gestiegenen Rohstoffpreisen und hohen Kosten für Energie und Logistik. Es handle sich um Belastungen für die Branchenplayer, die in einem solchen Ausmaß „bislang einmalig“ seien, so der BDSI.

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Veröffentlicht: 26.01.2022
img Letzte Aktualisierung: 26.01.2022
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Tina Plewinski

Tina Plewinski

Tina fokussiert sich auf Amazon, Marketingstrategien und digitale Plattformen – inklusive der Schattenseiten wie Online-Kriminalität.

KOMMENTARE
2 Kommentare
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gunnar
26.01.2022

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,,Ostern: Lieferengpässe bei Schoko-Hasen,,
schön, da muß ich meinen enkelkindern nicht dauernd im supermarkt sagen ,, ihr habt doch heute schon genug zucker gehabt,, :-))
alles schön positiv sehen :-((
Thomas Juncker
26.01.2022

Antworten

Sorry, aber ich finde es unmöglich 680 Millionen in eine marode Handelskette zu pumpen. Das ist doch das Spiegelbild der innerstädtische n Umsatzrückgänge und einer wahrscheinlich, absichtlichen Mietpolitik der eigenen Häuser. Sonderangebote und SALE über den Staat zu finanzieren, das schwächt nur die guten Konkurrenten die noch so gerade überleben können. Wenn die Manager es nicht schaffen, sind Sie das Geld nicht Wert. Schade nur um die Mitarbeiter, aber es gibt ja genug andere Firmen die Mitarbeiter suchen.