Bessere Arbeitsbedingungen und Bezahlung sowie eine fairere Behandlung von Mitarbeitern – das hatten viele angestellte Kuriere des Lieferdienstes Gorillas in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder gefordert. Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, wurden neben Streiks allerdings auch Blockaden vor Lagerhäusern organisiert. Nun hat Gorillas offenbar auf den teils wilden Arbeitskampf seiner Mitarbeiter reagiert und einige Mitarbeiter fristlos gekündigt.
Insgesamt seien mehr als ein Dutzend Angestellte von den fristlosen Kündigungen betroffen, berichtet Spiegel Online. Dabei verweist das Portal auch auf das sogenannte Gorillas Worker’s Collective, eine Gruppe, die sich aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Lieferdienstes gebildet hat und auf die Missstände aufmerksam machen will. Über Twitter ließ das Kollektiv verlauten: „Praktisch alle Beschäftigten von BKIEZ, GBRUNNEN und SBERG wurden heute entlassen. Anstatt mit den Arbeitnehmern zu verhandeln, hat Gorillas beschlossen, sie loszuwerden. Das wird aber nicht so einfach sein!“ Bei BKiez, GBrunnen und SBerg handelt es sich dabei um drei Lagerhäuser des Unternehmens, die in Berlin Kreuzberg, Berlin Mitte sowie Tempelhof ansässig sind.
Practically all the workers of BKIEZ, GBRUNNEN and SBERG have been fired today. Instead of negotiating with the workers, @gorillasapp decided to get rid of them. It won't be that easy though!#deletegorillas #berlin #b0510
— Gorillas Workers Collective (@GorillasWorkers) October 5, 2021
In den Schreiben an die Mitarbeiter habe Gorillas die außerordentlichen Kündigungen mit „wichtigem Grund“ begründet. Wie genau dieser Grund aussieht, wurde dabei offenbar nicht erläutert. „In einzelnen Fällen wurden sogar Namen von Mitarbeitern falsch geschrieben“, heißt es weiter. Einzelne Kuriere hätten außerdem berichtet, dass ihnen über ein Telefonat mitgeteilt worden sei, dass illegale Streiks die Basis für die Entlassungen seien. Der Arbeitgeber Gorillas habe selbst auf die rechtliche Unzulässigkeit von Streiks, die nicht gewerkschaftlich getragen werden, hingewiesen. Am heutigen Mittwoch wollen sich Protestanten vor der Zentrale in Berlin zusammenfinden.
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