Der Lebensmittel-Lieferdienst Gorillas kommt aus den Problemen nicht heraus: Nachdem das Unternehmen in den vergangenen Wochen und Monaten von Arbeitsniederlegungen und öffentlicher Kritik geplagt wurde, hat nun die Berliner Senatsverwaltung für Arbeit und Soziales ein Bußgeldverfahren gegen das StartUp eingeleitet. Wie der Tagesspiegel unter Berufung auf die Berliner Morgenpost berichtet, gehe es dabei um Verstöße gegen das Arbeitsschutzgesetz. Das habe eine Sprecherin von Arbeitssenatorin Elke Breitenbach bestätigt.
Offen blieb, um welche Verstöße es konkret gehe. Die Probleme seien allerdings bei Kontrollen in mindestens 13 Gorillas-Standorten in der Hauptstadt bemerkt worden. Der Arbeitsschutz spiele bei Gorillas und anderen Lieferdiensten offenbar „nur eine untergeordnete Rolle“, erklärte Breitenbach. „Das nehmen wir nicht hin.“
Damit erhalten die Mitarbeiter des Lebensmittel-Lieferdienstes, die sich in der Öffentlichkeit als „Gorillas Workers Collective“ präsentieren, deutlich Rückenwind. Der Zusammenschluss von Fahrern bemängelt schon länger die Arbeitsbedingungen bei dem aufstrebenden StartUp und moniert unter anderem Unregelmäßigkeiten bei der Bezahlung, hohen Druck und zu schwere Warensendungen, die per Rucksack transportiert werden müssen.
Gorillas weist die Vorwürfe unterdessen zurück. Gegenüber der Berliner Morgenpost habe das Unternehmen erklärt, dass „weniger als zwei Prozent“ der Rider im Juni 2021 Zahlungen erhalten hätten, die „nicht akkurat“ gewesen seien. „Wir haben mittlerweile unsere Strukturen und Systeme an unser außergewöhnliches Wachstum angepasst und sie fit für die Zukunft gemacht“, so Gorillas weiter. Die gemeldeten Unstimmigkeiten habe das Unternehmen „selbstverständlich vollständig beglichen“.
Kommentar schreiben