Der Schnelllieferdienst Gorillas könnte demnächst von großflächigen Streiks betroffen sein. Nachdem das Unternehmen bisher aus Sicht der Fahrerinnen und Fahrer, der sogenannten Rider, offenbar unzulänglich auf ihre Forderungen eingegangen ist, seien in internen Mitarbeiter-Chats größere Arbeitsniederlegungen angekündigt worden, berichtet t3n.
Gorillas konnte die Situation, die mit der Entlassung des Riders Santiago vor einigen Wochen erstmals eskaliert war, nicht beruhigen. Das Unternehmen wählte stattdessen eine harte Gangart, um den Arbeitsniederlegungen zu begegnen. Zuletzt habe die Geschäftsführung die Mitarbeiter indirekt vor Streiks wegen schlechten Wetters gewarnt: „Nicht aufzutauchen bedeutet, dass der Rest der Crew für dich aufkommen muss“, habe es in einer internen Mail geheißen.
Mitarbeiter hatten auch kritisiert, dass die bereitgestellte Kleidung unzureichend gegen Regen schütze – den Ridern werde eine vollständig Regenuniform, bestehend aus einem Cape und einer Regenhose mit Regenfüßlingen, zur Verfügung gestellt. „Wir verstehen, dass bei der heutigen Wetterlage in Berlin auch diese Ausstattung nicht vollständig vor dem Nasswerden schützt. Diesen Umstand jedoch als Anlass für einen spontanen Streik ohne Rechtsgrundlage zu nehmen und zu weiteren Streiks in anderen Warehouses aufzurufen, können wir nicht nachvollziehen“, erklärte Gorillas gegenüber der Morgenpost.
Die Gorillas-Rider kritisieren die Arbeitsbedingungen bei dem Unternehmen und fordern auch eine bessere Bezahlung und fairere Behandlung von Mitarbeitern. Zudem verlangen sie, dass Santiago wieder eingestellt wird – dass Gorillas einlenkt, wirkt aber zunehmend unwahrscheinlicher.
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