In Frankreich wurde Ikea zu einer Geldstrafe in Höhe von 1 Million Euro verurteilt. Das schwedische Möbelhaus hatte mindestens seit dem Jahr 2009, möglicherweise auch bereits seit dem Jahr 2000, jahrelang die eigenen Angestellten ausspioniert und darüber hinaus Kundenprofile erstellt. Unter anderem soll Ikea mit Unterstützung von Polizisten persönliche Informationen wie etwa Vorstrafen erhalten haben. 2012 wurde der Skandal enthüllt, Ende März 2021 war der entsprechende Strafprozess in Versailles gestartet.
Die Staatsanwaltschaft hatte auf eine doppelt so hohe Geldstrafe für den Konzern gedrängt. Für die französische Gewerkschaft CGT war die Strafe etwas zu niedrig ausgefallen, doch es sei die Symbolik, die hier zähle, so eine Anwältin der CGT laut Reuters. Frankreich ist für Ikea der drittgrößte Markt, 10.000 Angestellte hat das Unternehmen dort insgesamt.
Der verantwortliche Manager für das Risikomanagement hatte vor Gericht erklärt, dass pro Jahr 530.000 bis 630.000 Euro für diese Art Spionage bereitgestellt worden seien – Anweisungen habe man von Jean-Louis Baillot, dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden von Ikea Frankreich erhalten, schreibt die Tagesschau zum Thema. Baillot habe die Vorwürfe zurückgewiesen, er erhielt eine Geldstrafe von 50.000 Euro und zwei Jahre Haft auf Bewährung. Weitere Strafen für Beteiligte, darunter auch jene, die für illegale Beschaffung von Akten zuständig waren, reichten von einer Geldstrafe von 5.000 Euro bis zu mehreren Gefängnisstrafen auf Bewährung.
Konzern-Mutter Ingka erklärte Reuters zufolge zu den Geschehnissen: „IKEA Retail France hat die Praktiken aufs Schärfste verurteilt, sich entschuldigt und einen umfangreichen Aktionsplan umgesetzt, um zu verhindern, dass so etwas noch einmal passiert.“ Man überprüfe nun die Gerichtsentscheidung, um zu sehen, ob weitere Maßnahmen erforderlich seien.
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