Um vor allem kleine Firmen in der Coronakrise finanziell zu unterstützen, wurden in den letzten Monaten allerhand Kredite und Corona-Hilfen ins Leben gerufen. Eine neue Studie offenbart nun, dass die Nachfrage von besonders kleinen Unternehmen an KfW-Krediten zwar noch immer sehr hoch ist, bislang aber nur wenige tatsächlich einen Antrag auf das Darlehen gestellt haben. Laut einer Studie von Barkow Consulting und Fincompare hat erst jedes 100. Unternehmen einen KfW-Kredit beantragt. Zwar belaufen sich die Anträge nach Informationen des Handelsblatts auf über 53 Milliarden Euro, diese verteilen sich aber nur auf rund 80.000 Anträge. Der größte Teil der Hilfsmittel entfällt auf große Firmen.
Dabei ist der Bedarf an Hilfsmitteln besonders bei kleinen Firmen sehr groß. „Gerade Firmen mit bis zu fünf Millionen Euro Umsatz und zehn bis 50 Mitarbeitern kommen derzeit häufig zu kurz“, so Timm Wege, Manager bei Fincomare. „Unser Eindruck ist, dass die Banken zögerlich sind. Einerseits weil ihr Risikoappetit gesunken ist, andererseits weil sie sich stark auf ihre Bestandskunden konzentrieren. Einige Institute haben uns signalisiert, dass sie erst Mitte oder Ende August wieder offen für Neukunden sind“.
Vor allem die Schnellkredite sind bei Kleinfirmen sehr beliebt, können tatsächlich aber nur von den wenigsten beantragt werden. Für das Darlehen, welches maximal 800.000 Euro betragen darf, müssen Unternehmen mindestens elf Mitarbeiter haben. „Knapp 90 Prozent der deutschen Unternehmen und Selbstständigen erfüllen dieses Kriterium eben gerade nicht“, betont Studienautor Peter Barkow. Dass es noch in diesem Jahr eine neue Antragswelle gibt, davon geht die KfW nicht aus. „Solange das Pandemie-Geschehen unter Kontrolle bleibt, gehe ich nicht von einer zweiten Welle bei den Antragstellungen aus. Schließlich sind auch viele Mittelständler dabei, sich an die neuen Umstände anzupassen“, so das Fazit der Chefvolkswirtin der Förderbank, Fritzi Köhler-Geib.
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