Die Bundesregierung hat in ihrem Corona-Hilfspaket auch Maßnahmen umgesetzt, die Unternehmen vor der Insolvenz bewahren sollen. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen – darunter die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht – ist allerdings umstritten. Einige Experten fürchten, dass es im Herbst nach dem Ende der Aussetzung zu einem sprunghaften Anstieg an Insolvenzen kommen könnte.
Auch der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) warnt vor einem solchen Effekt und rechnet mit einem starken Anstieg der Insolvenzen. „Die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen dürfte 2020 um rund 20 Prozent steigen“, erklärte BVR-Präsidentin Marija Kolak der FAZ zufolge. Das Ausgangsniveau sei allerdings im langjährigen Vergleich niedrig, heißt es weiter.
Aktuell seien rund 98.700 Kreditkonten mit einem Volumen von 15,7 Milliarden Euro bei den genossenschaftlichen Banken in Stundung – ein Drittel weniger als noch im März und April. Diese Entwicklung heißt aber nicht unbedingt, dass sich die Lage entspannt. Die staatliche Ausnahmegenehmigung für von Corona betroffene Darlehensnehmer ist zum 30. Juni ausgelaufen.
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