Die deutsche Finanzszene ist in Aufruhr. Denn der Wirecard-Skandal betrifft nicht nur das inzwischen insolvente Unternehmen aus Aschheim bei München: Selbst die deutsche Finanzaufsicht Bafin wird in ihren Grundfesten erschüttert. Der Wirecard-Skandal ist – nach allem was bekannt ist – das Ergebnis eines beispiellosen Systemversagens in der Finanzszene.
Die Bafin, die bereits vor über einem Jahr von der Financial Times auf Umstimmigkeiten bei Wirecard hingewiesen wurde, hat die Warnungen offenbar nicht ernst genommen. Stattdessen verklagte die Behörde die Journalisten, weil sie vermutete, dass diese mit ihrem Bericht den Aktienkurs zugunsten von Spekulanten beeinflussen wollten. Die Wirtschaftsprüfer von EY, die jahrelang die Bilanzen von Wirecard testiert hatten, waren ebenfalls nicht auf den Betrug aufmerksam geworden, den sie heute als weltweit und umfassend bezeichnen. Und auch die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR), die die Unstimmigkeiten untersuchen sollte, versagte offenbar auf ganzer Linie: Sie soll nur einen Mitarbeiter an die Aufarbeitung des Falles angesetzt haben.
Rückblickend betrachtet, erinnert der ganze Ablauf schon ein wenig an die überheblich-arroganten Wissenschaftler in jedem guten Zombie-Film, die die Warnung vor den möglicherweise verheerenden Folgen ihres Handelns nicht ernstnehmen. T-Virus? Alles nur halb so wild! Kein genauer Nachweis über einen Milliarden-Betrag in der Bilanz? Wird schon irgendwie passen!
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