Immer mehr Einkäufe finden grenzüberschreitend statt
Zwischen internationaler Expansion und Nutzer- und Kundenfreundlichkeit scheiden sich die Geister mit Hinblick auf die eigene Klimabilanz. Euphorisch für den E-Commerce, schockierend für den Klimaschutz lesen sich die neuesten Branchen-News von KEP-Unternehmen (Kurier-, Express- und Paketdienst). 2018 haben laut Statistischem Bundesamt 50 Millionen Deutsche im Internet eingekauft, darunter vor allem die jüngeren Generationen unter 35 Jahren.
Der einfache Bestellprozess, der kostenlose Rückversand, Mobile-Shopping, Apps, Social-Media-Targeting und Influencer bedingen den Boom im Online-Handel sowie neue logistische Herausforderungen. Auch Cross-Border-Verkäufe nehmen zu. Knapp ein Fünftel aller Produkte überqueren während ihrer Lieferung eine Staatsgrenze. Top-Ausland-Shopper sind Kroatien, Irland und Lettland, auch in Rumänien und Deutschland ist diese Tendenz steigend. Österreicher realisieren fast dreiviertel aller Bestellungen auf deutschen Websites. Die Schweiz konsumiert aus Deutschland und Frankreich. Insgesamt steigen jedoch nicht nur die Bestellungen ins europäische Ausland, sondern auch in die USA und China. Gründe für Auslandsbestellungen ergeben sich aus größerer Auswahl und Preis, besonders bei chinesischen Produkten. Doch Extrakosten bei Auslandsbestellungen und Zweifel bei der Datensicherheit schrecken die Käufer teilweise noch ab.
Reichen hier lediglich Retourenvermeidung und eine präzisere Paketzustellung für mehr Klimaschutz? Sollte eine Umweltpauschale ins Leben gerufen werden? Den ganzen Sommer 2019 konnte man in den Medien und in der Politik diese Debatten verfolgen.
Fragt man in der Retail-Branche, rechnet diese bereits zunehmend mit Einschränkungen. Auch Unternehmen, die zunächst keinen direkten Bezug zum Online-Shopping und Retail haben, sind betroffen. Hier lässt sich zum Beispiel an Online-Streamingdienste und deren aufwendige IT-Systeme denken, die im Hintergrund massiv Energie verbrauchen.
Wer trägt die Schuld und wer die Last? Wer muss die Verantwortung übernehmen? Wer muss umdenken? Darauf gibt es keine einfache Antwort, doch ein Blick auf die Gewohnheiten unter den Verbrauchern und beim Einkauf scheint interessant, gerade im europäischen Vergleich.
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