Boris Johnson hat sich im parteiinternen Wettstreit um den Parteivorsitz der Konservativen gegen seinen Kontrahenten Jeremy Hunt durchgesetzt. Damit wird er automatisch zum neuen Premierminister Großbritanniens. Die aktuelle Regierungschefin Theresa May wird morgen am 24. Juli bei Queen Elizabeth II. ihren Rücktritt einreichen, damit Johnson von der Königin vereidigt werden kann.
Seit Mays Rücktrittsankündigung am 24. Mai war vorerst Ruhe rund um den Brexit eingezogen. Für die EU und die Briten war diese Pause vom chaotischen, dramatischen und lauten Streit darüber, wie der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union verlaufen soll, wahrscheinlich nötig. Hoffentlich haben alle Seiten diese temporäre Ruhephase zur Erholung genutzt, denn ab heute geht der Trubel wieder los. Boris Johnson gilt als unberechenbar und hat seinen Wahlkampf um den Parteivorsitz vor allem darauf gestützt, dass er Großbritannien notfalls auch ohne Abkommen aus der EU führen werde. Die Auswirkungen eines solchen No-Deal-Brexits sind schwer vorhersehbar und umstritten.
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