Vom Friedensnobelpreisträger Aristide Briand stammt der Satz: „Ein Kompromiß ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind.“ Die aktuellen Neuigkeiten zum Zusammenschluss von Karstadt und Galeria Kaufhof lassen darauf schließen, dass das Zitat auf wirklich alle Beteiligten (und Unbeteiligten) dieser Tage zutrifft. Denn die Vermutung liegt nahe, dass man sich hinter den Kulissen derart uneins war, dass es keine bessere Möglichkeit gab, als den Weg des geringsten Widerstands zu gehen – auch wenn dieser eine gewisse Komik in sich trägt.
Wenn beide Seiten keinen Fuß breit aufeinander zugehen wollen, dann fusioniert man den Unternehmensnamen eben wunderbar klanglos in Galeria Karstadt Kaufhof. So sind doch alle glücklich, schließlich muss niemand auf seinen Namen verzichten. Und wenn es gilt, eine Corporate Identity zu bewahren, dann nimmt man seine eigenen Unternehmensfarben gleich noch mit ins neue Logo. Das gibt es zwar bislang noch nicht, man hat sich aber darauf „geeinigt“, dass das Karstadt-Blau und das Kaufhof-Grün unter einem großen Galeria-Dach nebeneinander bestehen bleiben. Das Logo-Monster, das Design-Abteilungen das Wut-Rot ins Gesicht treiben wird, mag man sich gar nicht ausmalen.
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Demnächst wird medial verbreitet "wir sind eins", doch es bleiben zwei eigenständige Unternehmen. Es wird zu viel Verwirrung führen, kann man nun bei Kaufhof erworbene Ware bei Karstadt zurückgeben ? Nein. Leidtragend wird wieder einmal das Personal vor Ort sein. Denn sie müssen erklären, entschuldugen und den Frust der Kunden ertragen.
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