„Als Brüder sind wir immer sehr ehrlich zueinander“
Im Jahr 2014 haben Johannes und Michael Siebers zusammen Holidu gegründet. Die Suchmaschine für Ferienhäuser ist laut eigener Aussage inzwischen in über 201 Ländern vertreten und zählt zu den weltweit größten Preisvergleichsseiten in diesem Segment. Angefangen hat alles ganz klein vor vier Jahren in München, als die gemeinsame Urlaubsplanung unvorhergesehene Tücken mit sich brachte. „Wir wollten mit Freunden zum Surfen nach Portugal reisen und waren mit der Unterkunftssuche beauftragt. Dabei stellten wir fest, dass es unglaublich viele Plattformen gibt, auf denen die gleichen Häuser zu teilweise sehr unterschiedlichen Preisen und Verfügbarkeiten angeboten werden. Wir haben uns gefragt: Warum ist es so schwierig, ein Ferienhaus zu buchen, wenn es inzwischen doch leicht ist, einen Flug zum günstigsten Preis über Vergleichsportale zu finden?“, erzählt Johannes Siebers zu den Anfängen von Holidu.
Schon vor dieser Erkenntnis träumten beide davon, nicht nur etwas Eigenes auf die Beine zu stellen, sondern auch zusammenzuarbeiten. Anschließend wurde mit der Entwicklung einer Bilderkennungstechnologie begonnen, die zuverlässig erkennt, ob ein und dasselbe Ferienhaus auf verschiedenen Portalen gelistet ist, und schon war die Vergleichsseite Holidu geboren. Inzwischen führt das Geschwisterpaar ein über hundert Mann starkes Team und sieht in der Tatsache, aus dem gleichen Elternhaus zu kommen, fast nur Vorteile.
„In einem StartUp kommt es ständig zu komplizierten und unvorhergesehenen Problemen, die in kurzer Zeit gelöst werden müssen. Festes Vertrauen sowie eine schnelle und direkte Kommunikation sind da sehr hilfreich. Als Brüder sind wir immer sehr ehrlich zueinander. Wir verstehen schnell, was der andere meint – und wie er es meint“, erklärt der 33-jährige Johannes. Und sein Bruder ergänzt: „Als Brüder vertrauen wir uns blind und wissen, wir können uns hundertprozentig aufeinander verlassen. Im Wagnis der Unternehmensgründung ist das nicht zu unterschätzen. Wenn man uns fragt, ‚wie kann man nur mit seinem Bruder gründen?‘, dann denken wir: ‚Wie könnte man nicht?‘“
In den Augen der Beiden haben es Geschwister bei dem schwierigen Unterfangen einer Unternehmensgründung sogar ein klein bisschen leichter, da man sich auf einer ganz besonderen Ebene verbunden fühle, die man wohl mit keinem anderen Geschäftspartner erreichen könne. Bei den beiden Brüdern spielte aber noch ein anderer Faktor eine weitaus wichtigere Rolle: gemeinsam in dieselbe Richtung zu blicken und ein Ziel vor Augen haben. „In einem StartUp erlebt man fast täglich Erfolge und Misserfolge. Mit einer vertrauten Person an der Seite wirft einen so schnell nichts aus der Bahn“, ergänzt Michael, der jüngere der beiden Siebers-Geschwister.
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