Etwa jeder zweite Deutsche trägt immer oder gelegentlich eine Brille. Das ergab eine Statista-Umfrage 2018. Der Umsatz in der Augenoptik betrug 2018 rund neun Milliarden Euro – ein großer und heiß umkämpfter Markt, in dem sich etablierte Unternehmen wie Fielmann und aufstrebende Online-Händler wie Mister Spex oder Brille24 gegenüberstehen. Zwar wächst der Online-Markt stetig, machte aber 2017 trotzdem nur 4,3 Prozent des Gesamtumsatzes aus, so der Branchenbericht des Zentralverbands der Augenoptiker. Dennoch muss sich etwa auch Branchenriese Fielmann nach einiger Kritik langsam der Digitalisierung öffnen: Ende November hat Fielmann Ventures etwa 20 Prozent des französischen Technologieunternehmens FittingBox übernommen. FittingBox ist nach eigenen Angaben weltweit führend im Bereich der 3-D-Anprobe von Brillenfassungen. Bis man eine Fielmann-Brille komplett online kaufen kann, wird es aber noch einige Jahre dauern, sagt Vorstandschef Marc Fielmann.
Bei Brille24 ist man schon deutlich weiter. Das Unternehmen nutzt vor allem künstliche Intelligenz (KI), Neuronale Netze und Algorithmen in verschiedenen Bereichen, damit der Kunde seine neue Brille von seinem Laptop aus kauft. „Unser Ziel ist es, dass die Endgeräte der Nutzer mittelfristig alle Funktionen und Fähigkeiten eines Beraters im stationären Handel mindestens gleichwertig erfüllen können – von der Messung der Korrekturwerte bis hin zur Stilberatung“, erklärt Manuel Zapp. Der 27-Jährige leitet seit Mai 2018 die Forschungs- und Entwicklungsabteilung bei Brille24 und arbeitete zuvor für das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Saarbrücken, mit dem Brille24 seit mehreren Jahren kooperiert.
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