Der Online-Handel ist in Deutschland und Europa ein Milliardengeschäft, von den USA ganz zu schweigen. E-Commerce hat bei uns schon eine Geschichte, hat sich von kleinen Anfängen Ende der 90er-Jahre zu einer Wirtschafts- und Lifestyle-Größe entwickelt. Das hat aber eben auch eine Weile gedauert, und selbst heute ist der Anteil des Online-Handels mit etwa drei Prozent am Bruttoinlandsprodukt noch vergleichsweise gering, die Wachstumsraten mit zuletzt etwa neun Prozent moderat (Quelle: Ecommerce Europe).
In Südafrika allein liegen die Wachstumsraten bei über 13 Prozent, bis 2022 wird ein Marktvolumen von über 5 Milliarden US-Dollar erwartet. Der Vergleich hinkt natürlich, denn im Bereich E-Commerce zählt Südafrika – wie im Prinzip alle Länder in Afrika – als Entwicklungsland und die reinen Zahlen unterscheiden sich natürlich je nach Quelle. Klar ist aber die Tendenz: Der Online-Handel in Afrika holt gerade im Rekordtempo die Entwicklung nach, für die die großen Wirtschaftsnationen Jahrzehnte gebraucht haben. Dabei wird schnell klar: So wahnsinnig anders als in Berlin funktioniert Online-Handel in Kapstadt nicht. Unterschiede – vor allem im Payment und in der Logistik – gibt es natürlich trotzdem. Mit Jumia hat Afrika sogar ein eigenes Amazon – und das ist mittlerweile so einflussreich, dass Amazon selbst oder Alibaba (bis jetzt) gar nicht erst versuchen, in Afrika Fuß zu fassen.

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