Junge oder Mädchen?
Baby Sweets konzentriert sich im Produktsortiment auf die ersten zwei Lebensjahre und trennt schon auf der Startseite recht klar zwischen Jungen, und Mädchen und das hat durchaus nachvollziehbare Gründe. Tino Hartmann erläutert es mit einer Anekdote: „Wir waren gerade in den ersten Monaten unserer Händler-Tätigkeit sortimentstechnisch sehr stark auf Mädchenprodukte fokussiert und haben zahlreiche Anfragen von Jungen-Mamas erhalten, warum wir denn so wenig Produkte für Jungen im Shop haben. Hier hatten wir wohl etwas die rosarote Brille auf, geblendet durch meine Tochter“. Die Anforderungen zwischen Müttern von Jungen und Müttern von Mädchen würden doch recht stark auseinandergehen, erstere würden sich eben schwerer mit grellem Rosa oder Pink tun. „Hier muss man also den schmalen Grat finden beide gleichermaßen abzuholen“.
Im Produktangebot sind die Unterschiede – von der Farbwahl abgesehen – weniger auffällig, denn im Grunde tragen Kinder in diesem Alter weitgehend das Gleiche. Neben den Farben sind die Motive die entscheidenden Faktoren, bei den Jungs wird eben öfter zum Auto oder zum Dinosaurier gegriffen, bei den Mädels eher zum Herzchen oder zur Prinzessin. Und: Bei den Mädchen gehen die Kleider vielleicht besser als bei den Jungs.
Dass das eine praktikable Herangehensweise ist – genaue Kategorisierung, aufwändige Präsentation schon vor dem Kauf – zeigt die Retourenquote, die Hartmann zufolge deutlich unter zehn Prozent liegt. Für einen Bekleidungsshop ist das eine sehr gute Quote. Im Sortiment befinden sich etwa 600 Produkte („Tendenz steigend!“) und dabei wird die in der EU produzierte Eigenmarke von Baby Sweets immer wichtiger. „Wir haben uns gerade zu Beginn im Retail stark auf kleinere unbekannte Marken mit außergewöhnlichen Produkten fokussiert, wollen uns inzwischen aber mehr und mehr zu einem Markenshop über unsere Eigenmarke entwickeln. Wir lassen in die Kollektionen der Eigenmarke natürlich eigene Ideen & Inspirationen einfließen, nehmen aber auch Learnings und wertvolles Feedback aus unserer großen Community auf Facebook von inzwischen fast 400.000 Müttern bzw. jungen Familien mit in die Designentwicklung auf.“
Das Weihnachtsgeschäft, das für viele Händler ganz aktuell wieder mit einer ganzen Menge Überstunden verbunden ist, können Hartmann, Wachsmann und sein Team übrigens relativ entspannt angehen. Auch wenn sich ein Großteil der Produkte natürlich gut als Geschenk eignet, sieht man Baby Sweets nicht unbedingt als klassischen „Geschenke-Shop“. Man freut sich natürlich über die höhere Kaufbereitschaft, es sei aber eher ein „Mitnahmeeffekt“. Babys werden schließlich „relativ gleichmäßig über das Jahr geboren, sodass wir Weihnachten gar nicht im Speziellen adressieren müssen. Wir haben aber natürlich auch passende und süße Weihnachtsoutfits für die Kleinsten im Shop!“
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