Die markanten Entwicklungen und Veränderungen, die seit vielen Jahren den Handel prägen, haben zum Teil extreme Auswirkungen auf die Prozesse der Wertschöpfung. In einer neuen Studie stellt das Institut für Handelsforschung Köln in ersten Ergebnissen heraus, dass es neben den großen leistungsfähigen „Gewinner-Unternehmen“ auch jene gibt, die an den Wandlungsprozessen – zum Teil recht unerwartet – scheitern.

Dass der Handel stetigen Veränderungen und Prozessen unterworfen ist, ist keine Neuigkeit. Besonders in der heutigen Zeit unterliegen Sortimente immerwährenden Aktualisierungen und Erweiterungen, fordern Verbraucher Produktentwicklungen und –innovationen in allen Bereichen und stellen immer mehr Anforderungen an die Konsumgüter. Eine neue Studie des IFH Köln zeigt, dass sich die Auswirkungen des markanten Wandels auffallend heterogen auf die Entwicklung der Wertschöpfung verschiedener Einzelhandelsformate zeigen.
Eine teils verheerende Abnahme der Wertschöpfung erlebten in den letzten zehn Jahren vor allem Kauf- und Warenhäuser mit -3,6 Prozent. Als Beispiele zu nennen wären hier die starken Absatzverluste von Neckermann, Karstadt oder Schlecker, die vielfach in den Medien diskutiert wurden. Auch die Branche der Fachhändler musste mit -0,2 Prozent einen leichten Rückgang verzeichnen.
Die Supermärkte und Discounter hingegen haben in den letzten zehn Jahren deutliche Gewinne und Leistungssteigerungen verbuchen können: Die jährlichen Wertschöpfungsgewinne lagen hier bei je +0,5 Prozent. Getoppt wurde dieses Ergebnis nur vom Versand- und Internethandel: Ein Plus von 5,9 Prozent wurde in der Studie ermittelt. Diese enorme Steigerung der Wertschöpfung wird zu großen Teilen der rasanten Entwicklung und dem Ausbau der Online-Pure-Player oder auch Pure-Internet-Player zugeschrieben. Solche Unternehmen agieren nahezu gänzlich im Internet, das heißt sie verwirklichen ihre Geschäftsmodelle im Bereich Online-Handel. Amazon, diverse Ebay-Seller oder buch.de sind gängige Beispiele.
Ein hoffnungsfrohes Zukunftspotential, steigende Gewinne und die Tendenz zu einer zunehmenden Wertschöpfung spricht die IFH-Studie zudem jenen Unternehmen aus, die die Bereiche Herstellung und Handel miteinander verknüpfen. Konkret heißt das, dass Händler, die selbst als Hersteller tätig sind, schneller und anpassungsfähiger auf Kundenwünsche reagieren und diese auch flexibler umsetzen können.
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