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Vier teure Fehler in der Zahlungsabwicklung – und wie Händler sie vermeiden

Veröffentlicht: 05.09.2025
imgAktualisierung: 05.09.2025
Geschrieben von: Gastautor
Lesezeit: ca. 3 Min.
05.09.2025
img 05.09.2025
ca. 3 Min.
Person vor einem Laptop, davor in der Luft Visualisierung von Checkout, Geldscheinen und Co.
sai.guitars@gmail.com / Depositphotos.com
Von unnötigen Klicks über schlechte Wechselkurse – Andreas Dichtl von Mollie beleuchtet die größten Fehler beim Checkout.


Der internationale Preiskampf im E-Commerce wird härter: Globale Plattformen wie Temu oder Shein setzen selbst etablierte Händler unter Druck, bei vielen schrumpfen die Margen. Gerade jetzt – vor dem wichtigsten Quartal des Jahres, mit Black Friday oder dem Weihnachtsgeschäft – ist der Checkout entscheidend über erfolgreiche Conversion oder Zahlungsabbruch. Schon ein zusätzlicher Klick oder eine fehlende Zahlart kann die Conversion um bis zu 20 Prozent kosten*.

Viele Händler unterschätzen dabei einen entscheidenden Hebel: ihre Zahlungsstrategie. Im Folgenden schauen wir uns die vier häufigsten Fehler an, und wie man sie umgehen kann.

(*basierend auf durchschnittlichen Erfahrungswerten von Mollie.)
 

Payment nur als Kostenstelle sehen

Viele Händler betrachten die Zahlungsabwicklung ausschließlich durch die Brille der Transaktionsgebühren. Wer so denkt, vernachlässigt fahrlässig das „bigger picture“: Hohe Abbruchraten, schlechte Betrugsprävention oder teures Währungsmanagement kosten am Ende deutlich mehr als ein paar Basispunkte bei den Gebühren.

So geht es besser: Den Blick auf die Total Cost of Payment richten. Zu den Gesamtkosten gehören neben den direkten Gebühren auch indirekte Kosten durch Chargebacks, manuelle Prozesse oder verlorene Umsätze im Checkout. Deshalb: Bewusst all diese Faktoren mit einbeziehen und mithilfe dieses Optimierungshebels mehr Spielraum für Wachstum und erfolgreiche Internationalisierung schaffen.

Starre Legacy-Systeme

Gerade größere Händler sitzen oft auf komplexen Systemarchitekturen, die sich über Jahre verfestigt haben. Neue Zahlungsmethoden oder Features einzubinden wird zur Mammutaufgabe, jede kleine Anpassung zieht sich über Monate und verursacht hohe Kosten. Ergebnis: fehlende Agilität im wichtigsten Conversion-Schritt.

So geht es besser: Auf API-basierte, modulare Set-ups setzen. Sie erlauben es, neue Zahlungsarten oder Services in kurzen Sprints zu testen und auszuspielen und das ganz ohne aufwendige Großprojekte. Gleichzeitig können Buchhaltung und der Abgleich von Ein- und Auszahlungen automatisiert werden, statt mit Excel-Exports und größtenteils manuellen Prozessen zu arbeiten. Das Ergebnis: Weniger Fehler, weniger Aufwand, dafür mehr Tempo.

Mangelnde Internationalisierung im Payment

Für all jene Händler, die international agieren bzw. es vorhaben: Egal ob französische Kreditkarte, niederländisches iDEAL oder Klarna im DACH-Raum – Kunden erwarten ihre bevorzugte Zahlart. Bietet ein Händler diese nicht an, ist der Kunde oft verloren. Noch teurer wird es, wenn Fremdwährungen schlecht abgewickelt werden: Jeder unnötige Umrechnungsschritt frisst Marge.

So geht es besser: Lokalisierung als Pflicht verstehen. Für Händler, die international wachsen wollen, heißt das: die relevanten regionalen Zahlungsmethoden integrieren und Multi-Currency-Accounts nutzen. So sinken Kosten für Währungswechsel, die Conversion steigt und die Customer Experience wirkt „vor Ort“ vertraut.

Checkout nicht konsequent optimieren

Ein Checkout, der Kunden in zig Weiterleitungen schickt, ist Conversion-Killer Nr. Eins. Noch schlimmer: fehlende Balance zwischen Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit. Zu strikte Betrugs-Maßnahmen senken zwar das Risiko, erhöhen aber Abbruchquoten. Zu entspannte Regeln könnten dagegen zu teuren Chargebacks führen.

So geht es besser: Frictionless Payment ist das Ziel. Das bedeutet: nur so viele Klicks wie nötig, keine unnötigen Weiterleitungen auf Drittseiten, intelligenter Einsatz von 3D-Secure (dynamische statt starre Mechanismen). Händler sollten ihre Payment-Strategie genauso regelmäßig testen und optimieren, wie ihre Marketingkampagnen, denn jeder Prozentpunkt weniger bei der Conversion zählt direkt im Ergebnis.


 

Fazit

Payment ist kein IT-Nebenthema, sondern geschäftskritisch. Händler, die 2025 noch auf alte Systeme und Denkweisen setzen, verlieren Umsatz, Kunden und Wachstumspotenzial. Wer dagegen seine Zahlungsstrategie modernisiert, reduziert Kosten, steigert die Conversion und schafft die Basis für eine erfolgreiche internationale Expansion.
  
 




Über den Autor: Andreas Dichtl / Mollie
Andreas Dichtl ist Sales Lead DACH bei Mollie. Seit 2020 verantwortet er dort die Entwicklung und Umsetzung von Vertriebsstrategien in der DACH-Region. Mit seiner Expertise unterstützt er Unternehmen dabei, ihre Zahlungsprozesse zu optimieren und internationales Wachstum zu fördern.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 05.09.2025
img Letzte Aktualisierung: 05.09.2025
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Verschiedene Expert:innen und Brancheninsider teilen regelmäßig ihr Wissen und ihre Insights bei OnlinehändlerNews.

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