Die stille Wut der Mitte
Wenn Menschen, insbesondere Fachkräfte, das Gefühl verlieren, dass Leistung gerecht entlohnt wird, dann schwinden Vertrauen und Motivation. Und beide sind Grundpfeiler für ein profitables Unternehmen. Auch die sogenannte innere Kündigung, ein Akt der stillen Rebellion, wird immer mehr zum Thema. Angesichts solcher News dürften viele Menschen resignieren und nur noch mit halbem Herzen weiterarbeiten. Wer das ignoriert, riskiert vor allem Innovationskraft, was letztlich auch die Top-Gehälter ins Wanken bringt.
Oxfam fordert aufgrund dessen konkrete politische Konsequenzen: eine Vermögenssteuer, einen Mindestlohn von mindestens 15 Euro, eine Reform der Managervergütungen. Allerdings ist insbesondere der Ruf nach einem höheren Mindestlohn kein Allheilmittel. Zwar würde er kurzfristig die Kaufkraft stärken und ein Signal für mehr Wertschätzung einfacher Arbeit setzen. Kritiker warnen: Ein zu starker Anstieg könnte gerade in strukturschwachen Regionen Jobs kosten, weil kleine Betriebe die Lohnkosten nicht mehr stemmen können. Auch Preissteigerungen bei Dienstleistungen sind der nächste notwendige Schritt und hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Folgerichtig müssen überhöhte Managergehälter nicht verboten, aber unattraktiver gemacht werden. Das schafft Fairness, ohne in Bestrafung abzugleiten.
Die Zahlen sprechen für sich. Die Frage ist, was wir daraus machen. Es geht nicht um Neid. Es geht um Fairness. Um Augenhöhe. Um das verloren gegangene Bob der Baumeister-Gefühl „Yo, wir schaffen das!“
Artikelbild: http://www.depositphotos.com
Kommentar schreiben
Antworten
Ihre Antwort schreiben