Aktuelle Daten zeigen, dass immer mehr Deutsche mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Besonders betroffen sind neue Bezahlmodelle wie „Buy now, pay later“ (BNPL), die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen, jedoch auch Risiken bergen.
Laut der Schufa ist die Zahl der erstmals gemeldeten Zahlungsausfälle in den ersten drei Quartalen 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent gestiegen. Besonders junge Menschen und Geringverdiener:innen sind von dieser Entwicklung betroffen. Ein alarmierender Rekord: Jede:r zehnte Verbraucher:in in Deutschland konnte in diesem Zeitraum seine Miet- oder Ratenzahlungen nicht fristgerecht leisten, so das Handelsblatt.
Problem im Online-Handel
Auch der Online-Handel bleibt nicht verschont. Fast die Hälfte der BNPL-Nutzer:innen hat in den vergangenen sechs Monaten mindestens einmal eine Zahlungsfrist versäumt – ein deutlicher Anstieg gegenüber 2022, als dieser Wert noch bei 22 Prozent lag. Die Schufa fordert, dass gerade innovative Kreditmodelle wie BNPL stärker reguliert werden sollten, um Verbraucher:innen vor Überschuldung zu schützen. „Die aktuellen Zahlen machen deutlich, dass auch neue Kreditformen wie BNPL verantwortungsvoll reguliert werden müssen“, betonte Schufa-Vorstand Tanja Birkholz laut Handelsblatt.
Die EU hat auf diese Problematik bereits reagiert und erste Maßnahmen auf den Weg gebracht. So sollen BNPL-Angebote und Kleinkredite künftig unter strengere Verbraucherschutzrichtlinien fallen, um die Finanzstabilität der Kund:innen zu fördern. Händler:innen sind dazu aufgerufen, die Entwicklungen genau zu beobachten und mögliche Anpassungen in ihren Geschäftsmodellen vorzunehmen, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden.
Die zunehmenden Zahlungsausfälle verdeutlichen, dass sowohl Verbraucher:innen als auch Unternehmen mit den Herausforderungen einer sich verändernden Finanzlandschaft konfrontiert sind. Verantwortungsvolle Kreditvergabe und transparente Geschäftsmodelle werden wichtiger.
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