PayPal sperrt Auszahlungen – Händler fürchten um ihr Geschäft

Veröffentlicht: 26.08.2025
imgAktualisierung: 26.08.2025
Geschrieben von: Redaktion
Lesezeit: ca. 3 Min.
26.08.2025
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PayPal-Logo auf Smartphone
prykhodov / Depositphotos.com
Der Payment-Anbieter soll aktuell vermehrt das Geld von Händlern einfrieren. Die befürchten drastische Folgen für das Geschäft.


PayPal ist in Deutschland der beliebteste Zahlungsanbieter. Wird dieser als Payment-Option von Händlern nicht angeboten, drohen Kaufabbrüche. Aktuell scheint sich PayPal bei Verkäufern allerdings unbeliebt zu machen. Im Sellerforum wird davon berichtet, dass das Auszahlungslimit heruntergesetzt wurde. „Am Montag wurde ohne Information oder Hinweis unser Auszahlungslimit drastisch reduziert (um etwa 80 Prozent)“, schreibt ein Händler. Nach eigenen Angaben des Verkäufers besteht das Konto mit dem Dienstleister schon seit über 15 Jahren und es gab bisher keine Probleme, die einen solchen Schritt vonseiten PayPals erklären könnten.

Wie im Sellerforum weiterzulesen ist, waren auch die Kontaktversuche mit PayPal ohne Erfolg. Die Umsätze des Händlers sind für 21 Tage „eingefroren“, mittlerweile soll sich ein Geldbetrag im sehr hohen sechsstelligen Bereich angesammelt haben, den PayPal zurückhält. Eine Erklärung dazu und der genaue Grund wurden dem Geschäftskunden nicht mitgeteilt.

Deswegen behält PayPal Zahlung ein

Wie im Hilfe-Center des Zahlungsanbieters zu lesen ist, behält PayPal aus unterschiedlichen Gründen Zahlungen ein. Unter anderem bei neuen Verkäufern, wenn ein Konto länger nicht aktiv war oder es bei vorherigen Zahlungen Probleme gab. „Wenn Sie als Verkäufer am Anfang stehen oder Ihre Verkäufe nach einer Unterbrechung wieder aufnehmen, behalten wir die ersten Zahlungen, die Sie erhalten, für bis zu 21 Tage ein. Dies ist branchenübliche Praxis, für den Fall etwaiger Käuferbeschwerden in diesem Zeitraum“, schreibt der Konzern. Sobald Kunden eine positive Verkaufshistorie vorweisen können, erhalten diese schneller Zugriff auf ihr Geld.

Außerdem heißt es, dass Kunden auf ein monatliches Freigabelimit für eingegangene Zahlungen zugreifen können. „Wenn das Limit für den Monat erreicht ist, werden die nächsten Zahlungen für bis zu 21 Tage einbehalten“, so PayPal weiter. Im aktuellen Fall scheint also dieses Freigabelimit durch PayPal heruntergesetzt worden zu sein.

Nur ein Einzelfall?

Aktuell scheint dieses Vorgehen vermehrt aufzutreten. Im Sellerforum beklagen derzeit mehrere Händler die Reduzierung des Auszahlungslimits. Teilweise sind die Folgen enorm. „Wir haben in 15 Tagen dann 300.000 € eingefrorenes Geld. Und wie soll ich meine Rechnungen bezahlen?“, heißt es von einem Betroffenen. Sollte der Payment-Dienstleister weiterhin Gelder einbehalten, fürchten die Seller auf lange Sicht um ihre Liquidität.

Auch bei automatischen Abbuchungen hakt es derzeit, sodass Verkäufer nur über Umwege an ihr Geld bei PayPal herankommen. Was der genaue Grund für diese Schwierigkeiten ist, ist aktuell noch unklar.

Das sagt PayPal zu den Problemen

Wir haben bei PayPal nachgefragt, warum bei vereinzelten Händlern derzeit die Auszahlungslimits angepasst werden. „Uns ist bewusst, dass Auszahlungslimits für Händlerinnen und Händler eine Herausforderung darstellen können. Unser Ziel ist es immer, Kund:innen wie Verkäufer:innen gleichermaßen zu schützen“, heißt es vom Unternehmen dazu. Deshalb werden Gelder in bestimmten Fällen für bis zu 21 Tage einbehalten, beispielsweise wenn Konten neu sind oder es viele Rückbuchungen gibt. Damit will der Paymentanbieter sicherstellen, dass mögliche Käuferbeschwerden oder Rückerstattungen zuverlässig bearbeitet werden können.

Andere Gründe für Auszahlungslimits sind:

  • Begrenzte Verkaufshistorie/-aktivitäten: Die Verkaufshistorie des Händlers ist begrenzt und PayPal möchte den Händler erst näher kennenlernen. 
  • Schlechte Performance in Bezug auf Kreditkartenrückbuchungen, Konflikte und/oder Rückbuchungen: Aus der aktuellen Anzahl von Beschwerden oder Kreditkartenrückbuchungen geht hervor, dass Kunden des Händlers nicht zufrieden sind. 
  • Neu in der Kategorie „Hohes Risiko“: Die Art des Artikels oder der Dienstleistung, die ein Händler verkauft, scheint sich geändert zu haben. 
  • Der Nutzer hat ein Konto auf ein Geschäftskonto hochgestuft: Ein Händler hat das Konto kürzlich auf ein Geschäftskonto hochgestuft und der dem Händler sofort zur Verfügung stehende Betrag wurde angepasst. 

Laut PayPal werden individuelle Situationen sorgfältig geprüft. „Um eine Erhöhung des Auszahlungsbetrags zu beantragen, können Händler sich jederzeit an den Kundenservice wenden“, so das Unternehmen abschließend.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 26.08.2025
img Letzte Aktualisierung: 26.08.2025
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Redaktion

Redaktion

KOMMENTARE
21 Kommentare
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il
08.10.2025

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ich zahle schon seit längerem wieder nach möglichkeit bar bar
Realsatireportal
28.08.2025

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Wir ärgern uns schon länger über die Praktiken bei PayPal. Die Abrechnungen sind umständlich und nicht nutzerfreundlich. Aber nun wurde uns (zwar nur ein kleiner) Betrag einfach so einbehalten, ohne Begründung, ohne Information. Nur eine kleine Glocke oben am rechten Rand machte uns darauf aufmerksam, daß eine Nachricht eingegangen sei und Gelder einbehalten wurden, weil wir das Auszahlungslimit überschritten hätten. Welches Auszahlungslimit? Versucht es zu erhöhen, wurde in der Sekunde abgelehnt. Weitere Beschwerdemöglichkeiten gab es nicht. Der KI-Support war mit der Frage überfordert und stellte regelmäßig die Kommunikation wieder ein mit dem Hinweis, es meldet sich dann mal irgendwann ein Supportmitarbeiter. Bis heute keine Reaktion. Wir sind nur ein kleiner Onlinehändler und müssen bei fast jeder Bestellung in Vorleistung gehen, um den Hersteller/Lieferanten zu bezahlen. Der wartet nämlich nicht, bis PayPal sich bequemt unser Geld raus zu rücken. Die Konsequentz aus dem ganzen? PayPal wird bei uns als Zahlungmittel nicht mehr angeboten, zumindest so lange, bis PayPal diese Praxis wieder einstellt und dann werden wir uns das nochmal gründlich überlegen.
Oli P.
27.08.2025

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Ob Paypal sich wohl vertraglich gesichert hat Gelder einfach einbehalten zu dürfen um nicht in Konkurs zu gehen? Wenn stimmt was in den Medien steht und Banken Lastschriften die Paypal für Endkunden im zweistelligen Milliardenbereich eingereicht hatte, zurück gehen lassen hat dann bin ich gespannt wie lange es Paypal noch gibt...
Volker
27.08.2025

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ich verzichte wenn möglich auf paypal weil eBay und paypal ziehen da auch oft am gleichen Strang und ganz ehrlich so 21 Tage Zinsen für viele 100Tsd. Euro ist nicht zu verachten So kann man auch Geld verdienen, ich denke das ist eher der Hintergrund
Insel
27.08.2025

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Bei mir hat es heute geholfen Abbuchungen auf das Bankkonto von der Höhe auf jeweils 1500 € zu begrenzen. In mehreren Schritten konnte ich so einen Teil des Guthabens auf das Bankkonto transferieren. Ab ca. 10000 € Gesamt kam dann wieder die Meldung "Limit erreicht". Vielleicht hilft das ja zumindest denjenigen die keine 6-stellige Summe bei Paypal liegen haben...
Sebastian
27.08.2025

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Wir konnten seit letzter Woche Donnerstag (21.08.) keine Abbuchung bei PayPal mehr vornehmen (Händlerkonto). Nach telefonischer Rücksprache mit PayPal vom 25.08. soll es sich um ein technisches Problem handeln. Heute, 27.08., funktionierte die Abbuchung wieder. Falls ihr da in den letzten Tagen auch Probleme hattet, vielleicht heute nochmals probieren.
René
27.08.2025

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Genau aus diesem Grund haben wir uns schon vor rund drei Jahren von PayPal verabschiedet – und diesen Schritt bis heute nie bereut. Die Umsätze sind weder eingebrochen noch stagniert, im Gegenteil: Wir haben unseren Kunden im Shop sachlich erklärt, warum wir PayPal nicht mehr anbieten. Das wurde fast ausnahmslos positiv aufgenommen. Natürlich gibt es immer ein paar Kunden, die meinen: „Wir kaufen nur mit PayPal.“ Auf diesen kleinen Prozentsatz haben wir bewusst verzichtet – und siehe da: Es hat uns geschäftlich nicht geschadet. Dafür haben wir heute weniger Stress, sofort Zugriff auf unser Geld und müssen uns nicht rechtfertigen, wenn ein Zahlungsdienstleister plötzlich willkürlich Gelder einfriert. Unterm Strich: Wer diese Spielchen noch mitspielt, ist selbst schuld.
Swen
27.08.2025
Guten Tag, da kann ich mich nur anschließen. Man braucht diesen Bezahlkram eben doch NICHT in seinem eigenen Onlineshop ! Kaufabbrüche sind vernachlässigbar klein und man hat mit den restlichen Aufträgen gutes Geld mehr verdient ohne die sinnlosen Gebühren. Wäre schön wenn mehr Händler (gerne ein paar "große") sich von PayPal verabschieden würden ... Vorteil für mich als kleinen Händler bei PayPalbezahlungen = NULL !!!!
TS
28.08.2025
Welche Zahlarten laufen stattdessen im Shop? Ich arbeite nur mit B2B. Bei Endkunden würde ich nicht nur auf Rechnung (und Vorkasse) setzen wollen. Aber das Vertrauen in Paypal ist seit letztes Jahr bereits weg, weshalb ich es auch nicht mehr anbiete.
Swen
29.08.2025
@ TS: Gerade bei B2B ist doch fast zu 100% die Banküberweisung üblich ... jedenfalls bei echten großen Firmen, keine Klöterbuden. ich habe keinen einzigen B2B Kunden der nach PayPal fragt oder diesen Kram bei B2B benutzt, die wollen halt auch alle gescheit Ihre Buchhaltung machen :-)
Simone
27.08.2025

Antworten

Auch ich bin betroffen. Lt. telefonischer Auskunft von PayPal soll wohl ein technisches Problem vorliegen, welches bis Freitag (29.08.) behoben sein soll.
Benjamin
27.08.2025
Ganz genau so wurde es mir auch mitgeteilt. Es wäre ein technisches Problem aber sie wissen nicht, bis wann es gelöst ist.
Rene / Firework-Shop
28.08.2025
Hallo zusammen, ich kann das nur bestätigen. Wir bieten unseren Kunden ganz bewusst nur klassische Vorkasse sowie Selbstabholung an – und erklären transparent im Checkout, warum wir auf PayPal verzichten. Diese Offenheit wird von unseren Kunden fast durchweg positiv bewertet. Tatsächlich haben wir dadurch sogar positive Rezensionen auf Plattformen generiert, weil unsere klare Linie gelobt wird. Anfangs war ich selbst skeptisch, ob das ohne PayPal funktioniert. Aber nach nun fast drei Jahren können wir sagen: keine nennenswerten Umsatzeinbußen, kein Einbruch der Zahlen. Im Gegenteil – seit die Sofortüberweisung für Kunden kostenlos ist, funktioniert der Prozess für beide Seiten noch einfacher: Das Geld ist unmittelbar da und wir können direkt liefern. Zusätzlich bieten wir im Bestellprozess einen QR-Code zur Zahlung an, was von den Kunden sehr gut angenommen wird. Parallel dazu flattert hier regelmäßig Werbung von PayPal rein mit „super Konditionen“. Meine Antwort bleibt: Nein danke – wir brauchen kein Geschäftsmodell, bei dem unser eigenes Geld plötzlich eingefroren oder blockiert werden kann. Mein Fazit: Händler, die sich weiter auf PayPal verlassen, gehen unnötige Risiken ein. Wer konsequent andere, saubere Zahlarten anbietet und dies gut erklärt, wird merken: PayPal ist längst nicht so unverzichtbar, wie viele immer noch glauben.
Ralf
27.08.2025

Antworten

Es ist erstaunlich was ein Zahlungsdienstleister alles darf. Er darf sogar ohne Befugnis das Geld anderer Leute einbehalten und Richter spielen. Wenn dann noch Existenzen daran hängen dann sollte man so langsam etwas dagegen tun.
Frank Pagenkemper
27.08.2025

Antworten

Das kommt davon, wenn man sich auf amerikanische Zahlungsdienstleister einläßt. Der Handel selbst hat aber auch Mitverantwortung dafür. Wo sind denn die Handelsverbände und IHK's die Dampf machen, um mit den deutschen Kreditinstituten eine wettbewerbsfähige Alternative scihtbar für den Endverbraucher durchzudrücken. Paypal und Co bewegen sich dabei außerhalb der Gesetze, wissen aber auch, dass man sich nicht zur Verantwortung zieht.
heiko
27.08.2025

Antworten

Bei uns waren es gestern auf heute rund 3000 Euro und vorgestern auf gestern Nacht rund 2500 Euro, die mit dem Vermerk "Allgemeiner Kontoausgleich" einfach zurück an die Kunden überwiesen worden sind. Paypal weiß nicht warum, mal schauen wie lange das noch geht.
TS
27.08.2025

Antworten

Oh da kann ich ein Lied von singen. Ich war dort 15 Jahre und habe des PayPal Me-Namen wegens ein neues Konto eröffnet. Die erste Zahlung 40 Euro, die zweite über 200 Euro. Das kam Paypal so mysteriös vor, dass mein Konto gesperrt wurde. Man vermutete, dass ich betrügerische Zahlungen vorgenommen hatte - ohne es beweisen zu können. Per Chat quält man sich mit der KI, ehe man endlich mit einem Mensch in Kontakt tritt. Aber keine Auskunft. Der Vorgang war in Stein gemeißelt. Noch schlimmer: ich bekam eine Mail, dass ich zeitlebens bei Paypal gesperrt bin mit dem Hinweis, dass auch neue Accounts nicht mit bekannten Bankkonten verbunden werden können. Ich legte Widerspruch ein. Daraufhin sicherte man mir die Herausgabe des Guthabens in 3 Monaten zu. Nach einer weiteren Woche wurde der Account auf einmal komplett geöffnet und ich konnte ganz normal damit Arbeiten. Willkür? Mein Vertrauen in PayPal ist komplett weg (als Dienstleister). Meine Kunden zahlen seitdem (das war Ende 2024) per Rechnung oder Vorkasse und es geht auch. Ich bin im B2B.
Rudi
27.08.2025

Antworten

PayPal benötigt wohl selbst mehr liquide Mittel!
Persona non Grata
26.08.2025

Antworten

Es sind aktuell wohl viele Geschäftskunden betroffen. Auszahlungen auf das eigene Bankkonto sind seit über 48 Stunden nicht möglich. Zudem wurde ebenso bei etlichen Kunden der Kontostand über nacht verändert. Es wird Geld einbehalten und das ist nur im tagesaktuellen Kontoauszug ersichtlich. Dieser Vorgang wird dort als "allgemeiner Kontoausgleich" deklariert. Informationen diesbezüglich gibt es von Paypal nicht. Weder per Telefon, noch per Mail. Nicht sehr vertrauenserweckend. Noch komischer ist, warum das nicht in der Öffentlichkeit gelandet ist. Es geht um Milliarden Euro.
Ralf
26.08.2025
Ich kann auch seit gestern, kein Geld abbuchen. Heute teilte man mit, das ich bis 1500 Euro abbuchen kann. Man arbeitet mit Hochdruck daran diesen Fehler zu beheben. Der Fehler bezieht sich auf ein Tageslimit von 1500€ obwohl nirgendwo ein Limit besteht. Nach einer weiteren Nachtfrage teilte man heute nachstehendes mit: +++++++++++++ Sie müssen sich keine Sorgen machen und Ihr Konto ist beanstandungsfrei. Und hier sehe ich in Bezug auf die Abbuchung von Geldern, dass es ein anhaltendes Problem für alle PayPal-Benutzer gibt, und ich entschuldige mich für die Unannehmlichkeiten. Wir arbeiten sorgfältig intern an einer Lösung und werden Sie entsprechend benachrichtigen. Es steht also keine Aktion von Ihrer Seite aus und unser Team arbeitet an diesem Fall und informiert Sie per E-Mail. Obwohl wir jetzt keinen genauen Zeitraum angeben können, beachten Sie bitte, dass die Lösung dieses Problems höchste Priorität hat. Sobald die Angelegenheit gelöst ist, wird das Guthaben wie erwartet gutgeschrieben. Ich hoffe, Sie können die Situation verstehen. +++++++++++++ Es ist nicht erfreulich wie mit dem Geld anderer umgegangen wird.
Lorenz, Martin
26.08.2025

Antworten

Heute 26.08.25 kontakt mit paypal, es gibt angeblich technische Probleme bei paypal intern, die dazu führen, dass aktuell auch Abbuchungen auf das eigene Konto limitiert sind, angeblich arbeitet man an einer Lösung, bin seit 2002 dabei. Erstmals jetzt so einen Geschichte. Über den Kundenkontakt konnte mir das Geld nicht überwiesen werden. Erste Negativ-Erfahrung mit paypal in all den Jahren!