Der europäische PayPal-Konkurrent Wero macht einen ersten Schritt in Richtung Online-Handel. Ab sofort können Nutzer:innen ihre Tickets bei Eventim mit Wero bezahlen. Das funktioniert allerdings noch vergleichsweise umständlich: Die Abwicklung erfolgt dabei über einen QR-Code, der im Check-out angezeigt wird. Dieser führt die Kundschaft direkt zur Banking-App, in der die Zahlung geprüft und bestätigt werden kann.
Zudem ist der Service derzeit ausschließlich für Kund:innen von Sparkassen und VR-Banken freigeschaltet. Wer Konten bei anderen Banken nutzt, stößt aktuell noch auf technische Einschränkungen und erhält eine Fehlermeldung, so die Süddeutsche Zeitung. Zahlungen zwischen Freunden und Bekannten sind bereits mit weiteren Banken, etwa ING oder der Postbank möglich.
Expansion in Vorbereitung
Wero wurde von der European Payments Initiative (EPI) ins Leben gerufen, um eine europäische Alternative zu etablierten Zahlungsdiensten aus den USA, wie PayPal oder Mastercard, zu schaffen. Nach diversen Verzögerungen markiert der Start im Online-Handel bei Eventim nun den nächsten Meilenstein für die Plattform. Doch dies ist erst der Anfang: In knapp zwei Wochen will die EPI eine Roadmap für die kommenden Monate präsentieren und bekannt geben, welche weiteren Händler:innen und Unternehmen Wero künftig in ihren Online-Shops integrieren werden. Dabei machen hinter den Kulissen große Namen wie die Deutsche Bahn, Otto und Mediamarkt-Saturn die Runde.
Echte Alternative?
Wero ist mit großen Ambitionen gestartet, soll die Zahlungslandschaft in Europa verändern und den Wettbewerb gegenüber internationalen Anbietern stärken. Während der Start im E-Commerce zunächst nur eingeschränkt möglich ist, bleibt die Frage, wie schnell Wero seine Reichweite ausbauen und weitere Banken sowie Händler:innen für sich gewinnen kann. Es nutzen bereits etwa 45 Millionen Menschen in Europa die Option, die meisten davon allerdings in Frankreich und Belgien – Länder also, in denen PayPal längst nicht so stark ist wie etwa in Deutschland.
In Belgien musste der E-Commerce-Start zuletzt verschoben werden. Ähnliche Startschwierigkeiten in Deutschland wären ein schwerer Schlag.
Artikelbild: http://www.depositphotos.com
Kommentar schreiben
Antworten
Ihre Antwort schreiben
Antworten
Ihre Antwort schreiben