Europas Antwort auf PayPal? Wero startet eingeschränkt im deutschen E-Commerce

Veröffentlicht: 06.11.2025
imgAktualisierung: 06.11.2025
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
06.11.2025
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Mann mit Smartphone
andreynekrasovone / Depositphotos.com
Wero ist überraschend im Online-Handel gestartet. Als erster Partner ermöglicht Eventim ab sofort die Nutzung – jedoch mit Einschränkungen.


Der europäische PayPal-Konkurrent Wero macht einen ersten Schritt in Richtung Online-Handel. Ab sofort können Nutzer:innen ihre Tickets bei Eventim mit Wero bezahlen. Das funktioniert allerdings noch vergleichsweise umständlich: Die Abwicklung erfolgt dabei über einen QR-Code, der im Check-out angezeigt wird. Dieser führt die Kundschaft direkt zur Banking-App, in der die Zahlung geprüft und bestätigt werden kann.

Zudem ist der Service derzeit ausschließlich für Kund:innen von Sparkassen und VR-Banken freigeschaltet. Wer Konten bei anderen Banken nutzt, stößt aktuell noch auf technische Einschränkungen und erhält eine Fehlermeldung, so die Süddeutsche Zeitung. Zahlungen zwischen Freunden und Bekannten sind bereits mit weiteren Banken, etwa ING oder der Postbank möglich.

Expansion in Vorbereitung

Wero wurde von der European Payments Initiative (EPI) ins Leben gerufen, um eine europäische Alternative zu etablierten Zahlungsdiensten aus den USA, wie PayPal oder Mastercard, zu schaffen. Nach diversen Verzögerungen markiert der Start im Online-Handel bei Eventim nun den nächsten Meilenstein für die Plattform. Doch dies ist erst der Anfang: In knapp zwei Wochen will die EPI eine Roadmap für die kommenden Monate präsentieren und bekannt geben, welche weiteren Händler:innen und Unternehmen Wero künftig in ihren Online-Shops integrieren werden. Dabei machen hinter den Kulissen große Namen wie die Deutsche Bahn, Otto und Mediamarkt-Saturn die Runde.

Echte Alternative?

Wero ist mit großen Ambitionen gestartet, soll die Zahlungslandschaft in Europa verändern und den Wettbewerb gegenüber internationalen Anbietern stärken. Während der Start im E-Commerce zunächst nur eingeschränkt möglich ist, bleibt die Frage, wie schnell Wero seine Reichweite ausbauen und weitere Banken sowie Händler:innen für sich gewinnen kann. Es nutzen bereits etwa 45 Millionen Menschen in Europa die Option, die meisten davon allerdings in Frankreich und Belgien – Länder also, in denen PayPal längst nicht so stark ist wie etwa in Deutschland. 

In Belgien musste der E-Commerce-Start zuletzt verschoben werden. Ähnliche Startschwierigkeiten in Deutschland wären ein schwerer Schlag.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 06.11.2025
img Letzte Aktualisierung: 06.11.2025
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
3 Kommentare
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Privatmensch
13.11.2025

Antworten

Wero krankt von vornherein schon an mangelnder Barrierefreiheit und dem App-Zwang. Als Privatmensch MUSS man eine Banking-App installieren, um Wero überhaupt freischalten zu können. Jedenfalls ist das bei der Spardabank so. Mir kommt keine Banking-App aufs Handy: Mobile Endgeräte sind sehr viel unsicherer als online Banking über PCs. Und der Datenabfluss in ungewollte Kanäle ist schwieriger zu überschauen. Außerdem brauchen die Firmen google oder apple nicht auch noch meine Bankgeschäfte mitzulesen. Das ist überhaupt witzlos: eine europäische Zahlungsanwendung, die dann aber nur auf hochgradig fragwürdigen amerikanischen Plattformen genutzt werden kann? Angesichts der derzeitigen politischen und datenschutzrechtlichen Verwerfungen wirklich ein Unding. Fazit: Wero ist ohne Web-Anwendung eine Totgeburt.
K.I
07.11.2025

Antworten

Meinung: so wird das nichts!
Sandra
10.11.2025
@K.I - weil? Eine Alternative zum überteuerten PP wäre es schon.Für Händler auch gerechter, weil der bedingungslose "Käuferschutz" wegfällt (Sollte hier evtl. mal erwähnt werden) Man würde wahrscheinlich auch nicht gezwungen werden, Ratenkauf anzubieten, wobei der Händler auch noch die exorbitanten Kosten übernehmen MUSS. Von daher sehe ich das eigentlich eher optimistisch und vielversprechend.