Das Thema E-Rechnung ist bei vielen Unternehmen in Deutschland noch immer nicht angekommen, obwohl die Zeit langsam knapp wird. Das zeigt eine repräsentative Befragung von 502 Unternehmen in Deutschland, die das Marktforschungsinstitut YouGov im Auftrag der E-Rechnungsplattform Easybill durchgeführt hat. Ab Januar 2027 gelten für viele Unternehmen im B2B-Bereich neue gesetzliche Vorgaben für elektronische Rechnungen. Die Daten zeigen: Der Aufholbedarf ist erheblich.
Rechnungserstellung noch weitgehend analog
Buchhaltungssoftware ist mit 39 Prozent zwar das meistgenutzte Tool zur Rechnungserstellung; gleichzeitig arbeitet jedoch rund jedes fünfte Unternehmen noch mit klassischen Office-Anwendungen: Elf Prozent nutzen Excel, Zehn Prozent Word. Beide Programme erfüllen die künftigen gesetzlichen Anforderungen an elektronische Rechnungen nicht. Viele Betriebe müssen also nicht nur neue Formate einführen, sondern auch ihre internen Abläufe grundlegend umstellen.
Erste Versuche, aber keine Routine
Von einer etablierten E-Rechnungspraxis ist die Mehrheit noch weit entfernt. Nur 42 Prozent der befragten Unternehmen versenden regelmäßig E-Rechnungen. 25 Prozent haben bisher nur vereinzelt damit experimentiert, 33 Prozent haben noch gar keine verschickt. Parallel dazu fehlt vielen das nötige Wissen: Nur 37 Prozent kennen die gesetzlichen Anforderungen vollständig, ein weiteres Drittel nur teilweise, 28 Prozent kaum oder gar nicht.
Technische Umsetzung als größte Hürde
Bei Unternehmen, die noch nicht vorbereitet sind, dominieren drei Problemfelder: Mehr als ein Drittel (36 Prozent) sieht die technische Umsetzung als größte Hürde, 29 Prozent sind unsicher bei den gesetzlichen Vorgaben, 27 Prozent fehlt schlicht das nötige Know-how. Beim konkreten Umsetzungsstand zeigt sich: Nur knapp ein Viertel (24 Prozent) hat die Umstellung bereits abgeschlossen. 38 Prozent sind mittendrin, 29 Prozent haben noch gar nicht oder kaum begonnen.
„Die Zahlen zeigen, dass viele Unternehmen die E-Rechnungspflicht noch als reine Compliance-Aufgabe betrachten, kritisiert Dr. Andreas Seifert, CEO von Easybill. Für Händler:innen im B2B-Bereich ist die E-Rechnungspflicht kein optionales Zukunftsthema mehr. Wer noch auf Excel oder Word setzt, muss zwingend wechseln – und sollte dabei nicht nur auf Compliance-Anforderungen schauen, sondern auch prüfen, welche Prozesse sich gleichzeitig automatisieren lassen. Die Zeit bis Januar 2027 ist knapp.
Artikelbild: https://www.depositphotos.com
Christoph Pech
Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.
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In der Praxis wird es jedoch vorkommen, dass Kleinunternehmen zumindest E-Rechnungen empfangen werden müssen, wenn Lieferanten zur Umstellung verpflichtet sind.
Heißt: Kleinunternehmen müssen keine E-Rechnungen versenden; müssen aber in der Lage sein, die empfangen zu können.
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