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Digitaler Euro: Skepsis bei Verbrauchern – und Händlern

Veröffentlicht: 25.09.2025
imgAktualisierung: 25.09.2025
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
25.09.2025
img 25.09.2025
ca. 2 Min.
Digitaler Euro, stilisiert auf einer Kreditkarte
cristianstorto / Depositphotos.com
Der digitale Euro könnte die Zahlungslandschaft in Europa revolutionieren. Doch vielen Menschen fehlen Informationen über die EZB-Pläne.


Seit Jahren arbeitet die Europäische Zentralbank (EZB) an der Einführung eines digitalen Euro, der frühestens im Jahr 2029 Realität werden könnte. Ziel ist es, eine europäische Alternative zu etablierten Zahlungsdienstleistern wie PayPal, Mastercard oder Visa zu schaffen.

Allerdings zeigt eine aktuelle Umfrage, dass der digitale Euro für viele Verbraucher noch weitgehend unbekannt ist: 42 Prozent der Erwachsenen und 51 Prozent der Jugendlichen haben noch nie davon gehört. Selbst unter denjenigen, die den Begriff kennen, fühlen sich nur elf Prozent der Menschen zwischen 18 und 74 Jahren ausreichend informiert. In Händlerkreisen wird der digitale Euro bislang eher kritisch betrachtet.

Verbraucher setzen Prioritäten: Sicherheit und Kosten im Blick

Die Erwartungen der Verbraucher:innen an bargeldlose Zahlungsmethoden sind klar: Laut einer Befragung des europäischen Verbraucherverbands BEUC, durchgeführt in Kooperation mit mehreren Partnerorganisationen, wünschen sich 55 Prozent der Befragten in erster Linie Sicherheit. Für 53 Prozent steht eine einfache Bedienbarkeit an oberster Stelle, während 49 Prozent großen Wert auf niedrige Kosten legen.

Dorothea Mohn vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) unterstreicht die Bedeutung dieser Anforderungen: Die Währung müsse vor allem von den Menschen angenommen werden. „Dafür muss ein digitaler Euro einfach nutzbar sein, sicher und verlässlich gestaltet werden“, so Mohn laut Heise.

Wero als paralleles Projekt

Während die EZB weiterhin die Entwicklung des digitalen Euro vorantreibt, wird mit „Wero“ ein weiteres europäisches Bezahlsystem aufgebaut. Kritiker befürchten jedoch, dass die umfassenden Arbeiten an einem digitalen Euro die Einführung und Weiterentwicklung von Wero behindern könnten. Im Oktober könnte Wero bei ersten Online-Händler:innen als Zahlungsmittel angeboten werden.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 25.09.2025
img Letzte Aktualisierung: 25.09.2025
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
5 Kommentare
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GL
26.09.2025

Antworten

Kein Bargeld mehr -> man ist den Negativzinsen schutzlos ausgeliefert Wer das will, bitte. Ich jedoch nicht. Bargeld muss weiterhin verfügbar sein und nicht Schritt für Schritt abgeschafft werden, so wie es jetzt der Fall ist.
S.G.
26.09.2025

Antworten

Ja, so praktisch das mit der bargeldlosen Zahlung auch sein mag, aber je mehr die Leute damit arbeiten, umso schneller rücken wir der Abschaffung des Bargeldes näher. Dann ist die Abhängigkeit perfekt: kein Internet, ein gesperrtes Konto oder technische Problem -> keine Zahlungsmöglichkeit mehr! Weiter so und immer alles schön mitmachen.
cf
25.09.2025

Antworten

Ok, ich oute mich mal: Kann mir bitte mal jemand erklären, was der Unterschied zwischen dem jetzigen bargeldlosen Bezahlen und dem digitalen Euro sein soll? Rein faktisch habe ich so gut wie nie Bargeld (also den jetzt "echten Euro" in der Hand sondern zahle mit Karte, Handy (auf dem die Karte gespeichert ist), per Sofortüberweisung (online), Lastschrift usw. bargeldlos. Das funktioniert quasi überall. Wofür werden also Milliarden für die Entwicklung eines neuen Systems ausgegeben und welchen Vorteil hat es, der diese Investitionskosten rechtfertigt?
MeM
25.09.2025
Diese Frage habe ich auch schon oft gestellt und keine vernünftige Antwort erhalten. Seit wann ist eine Debit- oder Kreditkarte nicht bargeldloses Zahlen und - wieso bedarf es eines Wero oder eines sogenannten digitalen Euros? Sind die Euros auf der Bank nicht digital? Ach ja, die Einlagen der Kunden sind nicht mal mit Gold gedeckt... wieviel % waren das nochmal mit der Einlagensicherung? Mir kommt eher der Verdacht auf, dass die ganzen Banken in der EU nicht zusammenarbeiten können oder wollen, denn eine gemeinsame Bezahlplattform wie Paypal aufzustellen, wäre ja nun wirklich über die letzten 20 Jahre kein Problem gewesen. Aber das hat man halt komplett verschlafen und der Umsatz ist mal wieder in die USA weitergereicht worden, was wohl mittlerweile schmerzt. Auch wurde mir die Frage nicht beantwortet, inwiefern man dann mit den digitalen Euro zwingend ein Smartphone braucht, dass sich ja bekanntermassen jeder leisten (als ob es keine armen Menschen in der EU gibt, der Bericht dazu ist erschreckend) und auch bedienen kann... mal vom Phishing und den ganzen Dank K.I. generierten Fakes ganz abgesehen. Da ist eine Debit/Kreditkarte in der Hand doch immer noch die sauberste und sicherste Lösung.
KL
26.09.2025
Viele glauben, der digitale Euro soll für Bürger die Bezahlung einfacher machen – in Wahrheit geht es aber um mehr Kontrolle über den Bürger. Heute kann man per Sofortüberweisung Geld innerhalb von 20 Sekunden überweisen, und solange es unter 10.000 € bleibt, weiß niemand außer Bank und Empfänger davon. Beim digitalen Euro wird das anders: Jeder Bürger soll ein eigenes Konto bei der EZB haben, und damit bekommt der Staat jeden einzelnen Transfer in Echtzeit mit. Die Einführung des digitalen Euro ist eng mit der digitalen ID verknüpft, die noch vorher kommen soll. Nur mit dieser ID – und biometrischer Identifizierung – kann man dann auf das eigene Wallet zugreifen. Laut EZB soll der digitale Euro ab Oktober dieses Jahres starten, zunächst für Finanzorganisationen, später für Endkunden. Und dann? Schritt für Schritt wird Bargeld abgeschafft. Auch Banken verlieren ihre bisherige Rolle in der Geldschöpfung, da diese direkt auf die EZB übergeht – oder sie spielen bei dem System mit, um überhaupt weiter existieren zu können. Das Brisante: Der digitale Euro kann programmiert werden. Das bedeutet, das Geld könnte nur für bestimmte Waren oder Dienstleistungen einsetzbar sein, oder nur in einer bestimmten Region gültig. Ebenso könnte die Gültigkeit von Guthaben begrenzt werden – zum Beispiel, dass ein Betrag nach einem Monat verfällt. In Verbindung mit einem Sozialrating (wie man es aus China kennt) könnten so Sperrungen oder Einschränkungen eingeführt werden. Da viele Bürger einem solchen System freiwillig kaum zustimmen würden, ist zu befürchten, dass die Einführung in Verbindung mit einer schweren Krise kommt – getarnt als „Rettung“ oder gar als bedingungsloses Grundeinkommen für Menschen ohne Einkommen. Herzlich willkommen in einer „schönen neuen Welt“.